Pflanzen, Vögel, Farben…

IMAG3989Dieses Jahr habe ich es das erste Mal geschafft, meinen Balkon so aussehen zu lassen, wie es schon lange meinen Vorstellungen entspricht. Ich dachte immer, es wäre eine geheime Wissenschaft, Pflanzen nicht sterben zu lassen, das ist aber Unsinn. Ich habe festgestellt, wenn man den Pflänzchen ein bisschen Zeit zukommen lässt, reicht das völlig aus. Der Punkt ist, man muss sich die Zeit nehmen. Jeden Tag bin ich mindestens eine viertel Stunde auf dem Balkon. Ich gieße, was zu gießen ist, ich hege und pflege. Wenn ich ein bisschen Ruhe brauche, gehe ich auf den Balkon und mache sauber, topfe Pflanzen um oder versorge die Vögelchen. Diese haben sowohl ein kleines Futterhäuschen als auch eine Badestelle. Und manchmal, wenn meine lieben Katzen sich von Balkontür und Fenster zum Balkon fern halten, kann ich die Vögelchen beobachten, wie sie auf meinem Balkon rumhüpfen, fressen, sich putzen oder sich einfach unterstellen, wenn es wieder aus Eimern schüttet. Seit Neustem bringen die Blau- und Kohlmeiseneltern auch ihre Kinder mit. Die sitzen dann auf meinem Tisch und lassen sich füttern. Ich werde oft belächelt, weil ich immer wieder versuche noch mehr Pflanzen auf meinem Balkon unterzubringen. Ich finde nicht schlimm, dass er so voll ist. Die freie Fläche reicht genau für zwei Stühle. Der eine ist meist zusammengeklappt. Der andere steht genauso, dass ich mit dem Kopf zwischen all meinen Blumen sitze und all die Farben genießen kann. Kombiniert mit einem guten Buch und einem Glas Wein, ist es eine meiner liebsten Stellen auf der Welt.

Allerliebste Grüße

Steffie

Kleider

IMAG3689Seit Jahren kleide ich mich fast ausschließlich mit Kleidern. Ich besitze auch ausschließlich fast nur Kleider. Auch Menschen aus meinem näheren Bekanntenkreis kennen mich nur in Kleidern. Ich trage Kleider zu jeder Jahreszeit. Im Sommer ist das sowieso von Vorteil und im Winter kommt das Zwiebelsystem zum Einsatz, das ich perfektioniert habe. Meine Kleider sind bunt. Ich besitze Kleider in fast jeder Farbe. Mit Muster und einfarbig. Sie hängen in einem gesonderten Kleiderschrank, der Farbe nach sortiert. Da meine Kleider mich ausmachen, lag es nahe, dass meine Kleider einen Bucketlisteintrag verdienen.

300 Kleider besitzen

Zum aktuellen Zeitpunkt besitze ich 58 Kleider. Das 58. Kleid hat vor etwa zwei Wochen seinen Weg in meinen Kleiderschrank gefunden. Einer Hochrechnung zu Folge, müsste es zu schaffen sein, dass sich irgendwann 300 Kleider in meinem Kleiderschrank befinden, davon ausgehend, dass sich die ersten 58 in etwa zehn Jahren angesammelt haben und davon drei Viertel in den letzten fünf Jahren. Die wichtigste Regel dabei ist, dass ich keins der Kleider wegschmeiße, auch, wenn es Kleider gibt, die mir nicht mehr passen. Mit manchen Kleidern verbinde ich tolle Theatererinnerungen, mit manchen durchtanzte Nächte, mit manchen bestandene Prüfungen, meine Hochzeit, meinen Abiball. Weil ich sie nicht wegwerfe, brauchen sie vermutlich irgendwann einen eigenen Raum. Aber wenn ich mir irgendwann 300 Kleider geleistet haben kann, dann kann ich mir wahrscheinlich auch den Platz dazu leisten.

Allerliebste Grüße

Steffie

Nagellackliebe

Ich habe meine IMG_20141116_130748allerliebste beste Freundin kennen gelernt, bevor ich krank wurde. Und als wir uns näher kennen lernten, war sie ganz begeistert, als sie hörte, dass ich Malermeisterin bin. Sie dachte, ich hätte auch Spaß daran, meine Nägel zu lackieren, genau so wie sie. Aber sagen wir so, ich war Handwerkerin. Das höchste der Gefühle war ein bisschen schimmernder Überlack. So hatte ich mit Abstand die schönsten Nägel auf der Baustelle. Das hat mir gereicht.

 

Doch dann wuIMG_20160131_142932rde ich krank. Viele Stunden in liegendem Zustand ließen Langeweile aufkommen. Also bekam ich von meiner allerliebsten besten Freundin oft die Nägel gemacht. Und ich weiß gar nicht genau wie das eigentlich kam, aber mit der Zeit fing ich an, mir selber die Nägel zu lackieren. Am Anfang sehr unkreativ oder völlig unharmonisch, aber es war ein Anfang. Und wenn ich von Nägel lackieren spreche, dann rede ich nicht von einfach uni lackierten Nägeln, sondern von Nägeln mit besonderen Mustern, Akzentnägeln, bestempelten Nägeln, Punkten und kleinen Kunstwerken. Anfangs benutzte iIMG_20150830_193306ch einen Zahnstocher und hatte einen schlechten Pinsel, der recht groß war. Dann kaufte ich mir als erste größere Investition ein Dotting Tool Set. Und von da an, hatte ich jede Menge Punktmuster auf meinen Nägeln. Ich weiß nicht genau, wann das Ganze jede Grenze verloren hat. Heute besitze ich über 460 Nagellacke und jede Menge Werkzeug für alle erdenklichen Sondertechniken. Und wenn ich mal wieder liegen muss, lackiere ich mir die Nägel. Ich sehe das nicht als Frauending. Ich sehe das Ergothearpie. Malt mal einen Vogel auf einen Fingernagel, oder eine Blume, oder die AvIMG_20150524_152059engers. Ich habe kaum eine andere Sache gefunden, die mir so viel filigranes Arbeiten abverlangt wie das Erstellen von Kunstwerken auf den Nägeln. Und ein weiterer Vorteil ist, dass man nicht nur für ein Stündchen beschäftigt ist, sondern je nach angestrebtem Endergebnis, viel Zeit damit verbringen kann. Und so hat mir die Krankheit ein Hobby beschert, für das ich heute einen eigenen Schrank im Badezimmer hängen habe, weil ich die Menge der Lacke nicht mehr anderes gelagert kriege. Und ganz nebenbei macht eine knallige Farbe auf den Nägeln auch immer gute Laune.

Allerliebste Grüße

Steffie

 

Ich lebe bunt

Ich liebe Farben. Nicht nur, dass sie ein großer Teil meines Berufes sind, nein, ich lebe Farben. Fast immer kann man in meiner Kleidung meine Laune ablesen oder in der Farbe meines Nagellackes. Gerne kombiniere ich auch bunte Kleidungsstücke, wenn ich sehr gute Laune habe. Ich habe keine Lieblingsfarbe. Für mich gehören Farben zu meiner Laune oder zu einem Gegenstand. Noch dazu sortiere ich viele Dinge nach Farben. Meine Nagellacke, meine Kleider, meine DVD’s. Gelb, Orange, Rot, Violett, Blau, Grün – und alles was dazwischen liegt.

Seit Tagen laufe ich in Schwarz rum. Erneut gab es einen Todesfall, der mich sehr mitgenommen hat. Da fällt mir nicht viel mehr ein, als Schwarz. Oder sagen wir fiel. Heute habe ich das erste Mal wieder etwas Farbenfrohes an. Ich habe lange in meinem Kopf sortiert und mir ist aufgefallen, dass der Mann, der mir so viel über Farben beigebracht hat, schwarz nicht verdient hat. Hat er doch sein Leben bunt gelebt, bis zum Schluss. Natürlich bin ich unendlich traurig, aber sind wir ehrlich, man sollte sich an das Leben erinnern, das der Mensch gelebt hat. Ein weiteres mal habe ich mich dabei ertappt, dass ich dachte: „Wie doof, dass du jetzt weg bist.“, obwohl man viel lieber denken sollte: „Danke, dass ich dich kennen lernen durfte und, dass du mein Leben in vielerlei Hinsicht bereichert hast.“ Vieles, von dem, was ich heute bin, habe ich diesem Mann zu verdanken. Er hat immer das Beste in mir gesehen und hat nie aufgegeben, es auch herauszuholen. Ich bin unendlich froh, dass er ein Teil meines Lebens war und, dass ich von ihm gerade in den letzten Jahren soviel über die richtige Einstellung zum Leben lernen durfte.

In diesem Sinne werde ich mich jetzt wieder bunt anziehen. Vielleicht nicht so bunt wie sonst, aber bunter als die letzen Tage.

Allerliebste Grüße

Steffie