Frankreich

imag4391So, da bin ich wieder. Seit zwei Tagen bin ich schon wieder daheim und versuche in meinem Kopf all die wunderbaren Eindrücke der letzten Woche zu verarbeiten und sortieren. Und so langsam aber sicher kommt in meinem Kopf an, was ich alles so erlebt habe. Ich war in Frankreich und irgendwie habe ich mein Herz dort gelassen. Ich hoffe, es kommt irgendwann auch wieder heim. Aber irgendwie habe ich den leisen Verdacht, dass ich es eine lange Zeit nicht wieder sehen werde. Zur Not hole ich es mir wieder, denn ich war nicht das letzte Mal in Frankreich. Unseren Urlaub haben wir mitten im Inland in Saint- Fargeau begonnen. Ein niedliches kleines Dörfchen mit keiner größeren Stadt in der Nähe. Unglaublich schön. Es gab einen See, einen Pool, Sonne, kein Internet und die wunderbare Weite der französischen Landschaft mit all ihren kräftigen Farben. Und da war es schon um mich geschehen. Noch dazu all diese süßen historischen Stadtkernchen und ich habe mehr als genug Urlaub. Ich bin nicht so dafür gemacht, Tage lang an einem Strand oder Pool zu liegen und gerade deswegen waren das perfekte fünf Tage. Ich lag in der Sonne, ich war schwimmen, ich habe Städtchen angeschaut und ich konnte Landschaften betrachten. Und somit war ich der entspannteste Mensch der Welt, als wir am sechsten Tag nach Paris gefahren sind. Paris. Die erste Stadt, die Wien das Wasser reichen kann. Aber sowas von. Egal um welche Ecke man geht, überall lauert Kunst und Kultur. Wunderbar. Leider war der Plan, Paris erstmal kennen zu lernen, um dann zu entscheiden, ob es sich lohnt, nochmal wieder zu kommen. Ich hätte es besser wissen müssen. Es hätte mir klar sein sollen, dass es sich lohnt. So habe ich all die Kunst nur hinter den dicken Mauern der Gebäude erahnt, aber nicht gesehen. Was aber nicht nur schlimm ist, weil ich mein Herz ja eh noch dort abholen muss. In dem Zuge werde ich mir direkt die ganze Kunst anschauen. An diesem einen Tag habe ich immerhin direkt den ersten Bucketlistpunkt abgehakt.

Ein Baguette in Paris essen.

Natürlich kommt die wunderschöne Hauptstadt Frankreichs in meiner Bucketlist vor. So habe ich mir in einer kleinen Bäckerei in einer Nebenstraße in Paris ein frisches Baguette gekauft und gefuttert. Naja, halb gefuttert. Ist ganz schön groß so ein Baguette. Natürlich habe ich mir auch die meisten Sehenswürdigkeiten angeschaut, zumindest von außen. Wirklich toll, dieses Städtchen.

imag4471Am Tag darauf kam dann das absolute Highlight unserer Reise. Ich glaube, ich habe es noch nie erzählt, aber ich bin ein großer Fan von Disney und da ist es natürlich ein Muss, das Disneyland zu besuchen. Bei wunderschönstem Wetter sind wir einen ganzen Tag durch’s Disneyland gelaufen. Begrüßt wurde ich am Eingang mit: „Oh, you have a happy face.“ und beendet habe ich den Tag in der ersten Reihe der Disneyparade, aufgeregter als die etwa sechsjährige Pauline neben mir (wir haben uns dort spontan kennengelernt). Dieser ganze Tag war so herzerfüllend schön, dass ich immer noch davon zehre. Und somit habe ich den zweiten Bucketlistpunkt fertig gestellt.

Disneyland Paris besuchen.

Alles in allem waren es sehr entspannende, aufregende, glücklich machende, beeindruckende, spannende Tage und ich bin mir sicher, dass ich nochmal in Frankreich Urlaub machen werde.

imag4518Allerliebste Grüße

Steffie

Vorfreude

So, meine Lieben, immer, wenn es hier still wird, bin ich meist beschäftigt. Und ich war diesmal sowas von beschäftigt… Eine Reise steht kurz bevor und ich bin schon schrecklich aufgeregt. Ich werde zwei Bucketlistpunkte abhaken und ein neues Land kennen lernen. Und ich liebe neue Länder! Ich werde auch nicht verraten, wohin die Reise gehen wird. Ich sage nur so viel: ein Kindheitstraum wird in Erfüllung gehen. Und für diese Möglichkeit verzichte ich sogar auf das Meer. Und das soll schon was heißen. Ich werde euch auf jeden Fall berichten und natürlich alles fotodokumentieren. Zum einen natürlich für meine Bucketlist und zum anderen auch für meinen Blog, um ihn um eine weitere wunderschöne Erinnerung zu erweitern. In diesem Sinne, wir lesen uns an dieser Stelle in ein paar Tagen wieder.

Allerliebste Grüße

Steffie

Kutterfest

IMAG4151Seit ein paar Jahren fahren der allerbeste Ehemann und etwa zur gleichen Zeit an die Nordsee. Um genau zu sein: nach Neuharlingersiel. Jedes Jahr findet dort das Kutterfest statt. Ganz davon abgesehen, dass ich eh immer an’s Meer möchte, bietet das Kutterfest den besonderen Reiz, dass man auf einem Fischkutter auf’s Meer hinaus fahren kann. Das ist natürlich irgendwie Meer 2.0. Auf dem Meer rumzutuckern und weggepustet zu werden, hat schon irgendwie was. Dieses Jahr hatten wir auch wirklich Glück mit dem Wetter. Die Sonne strahlte vom Himmel und es waren angenehme gefühlte 30°C. Meine Haut hat endlich etwas Farbe bekommen. Dank der ganzen Lernerei und dem bisher nur spärlich mit Sonne ausgestatteten Sommer, sah ich nämlich bis vorgestern noch aus wie ein Kalkeimer. Das hat sich dann gestern glücklicherweise geändert. Dieses Jahr feiert das Kutterfest seinen 50. Geburtstag. Viel größer und irgendwie auch viel voller kam es daher. Leider fand die Kutterregatta, die sonst immer samstags stattfindet, dieses Jahr sonntags statt. Trotzdem sind die Kutter gestern rausgefahren, das heißt, ich konnte auf’s Meer. Ein bisschen lustiger ist es eigentlich, wenn sie Regatta fahren, weil sie dann versuchen, sich gegenseitig in der gestoppten Zeit zu übertrumpfen, und dabei gerne schon mal die ein oder andere Welle auf den Kutter schwappt. Trotzdem hatte es gestern seinen Reiz. Scheinbar haben alle Kutter versucht, ihre Fähigkeiten in die Kurve zu fahren, schon mal für das echte Rennen zu trainieren. Also sind wir im Kreis fahrend über die Nordsee getingelt. Und es war schön wie immer. Hiermit empfehle ich euch also sehr dringend das Kutterfest in Neuharlingersiel. Wir machen daraus meist einen Tagesausflug, man kann aber auch ganz gut dort übernachten, wenn man rechtzeitig ein Zimmer bucht. Ist nämlich immer schnell ausgebucht zur Zeit des Kutterfestes in Neuharlingersiel. Aber als Tagesausflug funktioniert es auch immer super.

IMAG4148Allerliebste Grüße

Steffie

Ziegenpeter

IMAG3750Irgendwie habe ich versäumt, euch von einem Ausflug zu erzählen, den ich vor etwa drei Wochen mit einer Freundin unternommen habe. Wir hatten uns im Ziegenpeter in Duisburg verabredet. Mir war bekannt, dass es sich dabei um ein Restaurant handelt, was mich aber genau erwartet, war mir nicht bewusst. Hätte ich mal. Wir haben uns also zum Frühstück getroffen und ich habe mich morgens um viertel nach acht auf den Weg nach Duisburg gemacht. Ich persönlich finde Duisburg ja hässlich. Ich habe eine längere Zeit dort gelebt und ich muss sagen, es gibt schönere Städte. Aber je länger ich fuhr, desto netter wurde die Umgebung. Irgendwann wurde mir klar, dass der Ziegenpeter am Rhein liegen muss. Als mein Navi mit mitteilte, dass ich den Zielort erreicht hatte, fand ich mich auf einem Parkplatz wieder, von dem aus kein Restaurant  zu sehen war. Aber eine Beschilderung fand ich und startete einen kleinen Spaziergang durch den scheinbar noch nicht sehr alten Duisburger Rheinpark. Ich folgte den weißen Ziegenpetern, die auf Bänke, Wände und Schilder gemalt waren, und fand mich direkt am Rhein wieder. Das Wetter war wunderbar und da ich noch ein paar Minuten Zeit hatte, stand ich am Geländer und schaute dem Rhein zu. Dafür musste ich sogar über einen kleinen Strand laufen, der dort angelegt worden war. Generell ist der ganze Park ganz toll angelegt und man hat einen ganz wunderbaren Blick über den Rhein. Jetzt kommen wir zu dem Essen. Ich habe selten Essen in einem so guten Preis-Leistungsverhältnis gegessen. Es war wirklich, wirklich gut. Nun hatte ich an diesem Morgen nur einen Joghurt mit Müsli. Aber selbst dieses Gericht hat mich dazu gebracht, dass ich am nächsten Tag den allerbesten Ehemann dazu überredet habe, mit mir nochmal zum Ziegenpeter zu fahren, um dort zu Abend zu essen. Und ich sage euch, ich war da nicht zum letzten Mal. Wir waren an diesem einen Tag im April dort, als das Wetter schon so schön war. Und das Abendessen hat das Frühstück noch um Längen geschlagen. Ich hatte Pasta mit Ziegenkäsesoße und Weintrauben und Brot mit mariniertem Ziegenkäse. Ich habe schon sehr, sehr lange nichts so Gutes mehr gegessen. In meinem Ziegenkäse waren Blüten! Es sah wunderschön aus und hat noch besser geschmeckt.IMG_20160421_180659Ich empfehle euch dringend einen Besuch im Ziegenpeter. Nur warne ich euch vor, ihr solltet einen Tisch reservieren und, wenn schönes Wetter ist, wird die Sache mit dem Parken schwierig. Aber ich sage euch, nehmt es auf euch. Es lohnt sich!

Allerliebste Grüße

Steffie

 

Kurzer Überblick

So Herrschaften, da bin ich wieder. Seit meinem letzten echten Beitrag hatte ich noch nicht wieder Zeit, einen vernünftigen Beitrag zu schreiben. Der allerbeste Ehemann und ich kamen aus Büsum wieder, kurz durchgeatmet, ein bisschen arbeiten und zack, waren wir schon wieder auf der Autobahn auf dem Weg nach Hamburg. Diesmal war die allerbeste kleine kleine Schwester auch dabei. Ich war bereits zweimal in Hamburg und hatte schon vieles angeschaut, aber diesmal habe ich Hamburg von einer anderen Seite kennengelernt. Wir waren in Blankenese und haben die ersten Sonnenstrahlen bei einem Kaffee am Strand der Elbe genossen. Ganz nebenbei kann ich Hamburg jetzt von der Bucketlist streichen.IMAG3594Wieder daheim angekommen gab es direkt das nächste Abenteuer: das allerbeste Patenkind zum ersten Mal im Theater. Im Theater Oberhausen gibt es doch tatsächlich ein Stück für kleine Kinder ab drei. Und hin mit dem Kind! Dieses hatte sichtlich Spaß und ließ sich nach dem Stück mit stolzem Grinsen im Bühnenbild fotografieren. Zum Abschluss gab es noch ein Eis. „Eis mit Banane.“ „Richtige Banane?“ “ Eis aus Banane. Und Banane.“ „Du möchtest richtige Banane auf deinem Eis?“ „Ja. Und Eis aus Banane.“ Ich finde toll, dass das allerbeste Patenkind jetzt sagen kann, was es möchte. Ist viel einfacher als früher. Die Bananen hab übrigens ich gegessen.

Seit gestern lebe ich mich wieder ein und war erstmal bei der Physio. Mir stehen drei sehr ruhige Wochen bevor. Drei Wochen und ein Tag. Ich arbeite mit viel Ehrgeiz an meinem Projekt für die Uni, damit ich schnell damit fertig werde und vielleicht noch ein bisschen Ferien haben werde. Ach ja, ein bisschen gemalert habe ich auch noch. Und werde ich auch noch. Besser als jede Ergotherapie. Ich mag, wenn routinierte Handgriffe funktionieren, ohne, dass ich alles durch die Gegend schmeiße. Vielleicht sollte ich wieder mehr malern.

Allerliebste Grüße

Steffie

Wo das Meer zum Himmel wird…

IMAG3510Ich erzähle es immer wieder. Ich brauche das Meer. Nach meiner eher weniger guten Phase, oder sagen wir, noch in der weniger guten Phase, habe ich Urlaub gebucht. Und da es für mich am Meer kein schlechtes Wetter gibt, habe ich mich für die Nordsee entschieden. Weil ich die niedersächsische Küste weitestgehend abgegrast habe, habe ich mich in Schleswig Holstein umgeschaut. Und siehe da, ein kleines Örtchen namens Büsum kam ganz nett daher. Und es hält, was es versprochen hat. Ein süßes, kleines Städtchen mit einer netten Küste, einem schönen Schwimmbad und einer Seehundauffangstation in der Nähe. Was will man mehr? Gar nichts. Als wir fast angekommen waren in Büsum, ist mir dann auch aufgefallen, dass ich bei meiner Auflistung bisheriger Besuche in deutschen Bundesländern, Schleswig Holstein vergessen hatte. Vor vielen Jahren waren der allerbeste (damals Noch-nicht-) Ehemann und ich in Sankt Peter Ording. Und der jetzige Besuch zählt dann zur neuen Ansammlung der Besuche von deutschen Bundesländern. Des Weiteren werde ich ein neues Glas mit Sand füllen. Somit sind es nun fünf an der Zahl und die Hälfte ist geschafft.

Heute ist etwas Wunderbares geschehen. Ich mag an der Nordsee auch das Watt. Ich laufe gerne hindurch und schaue, was das Meer so herangespült hat. In Niedersachsen versinkt man nach geraumer Zeit ziemlich tief im Watt. Das geht eigentlich nur barfuß. Aber hier in Schleswig Holstein ist das Watt fester und man kann gefühlt unendlich weit hineinlaufen. Das haben der allerbeste Ehemann und ich getan. Mit Gummistiefeln sind wir der Flut entgegengelaufen, bis wir am Wasser waren. Und auf einmal gab es eine Situation, in der man sich unfassbar leicht und losgelöst gefühlt hat. Die Farbe des Himmels war die Farbe des Meeres und umgekehrt. Es war fast windstill und das Meer blubberte vor sich hin. Die Flut. Außer diesem leisen Blubbern gab es kein einziges Geräusch. Regungslos stand ich im Wasser und habe diese klitzekleinen Wellen über meine Füße schwappen lassen. Ich sage euch, man fühlt sich so klein. Alle Sorgen sind so weit weg. So habe ich ein paar Minuten zwischen Meer und Himmel gehangen und habe die Leichtigkeit mein Herz wieder glücklich machen lassen.IMAG3526Allerliebste Grüße

Steffie

Leipzig

IMAG3328Ich kann ein weiteres Bundesland auf meiner Liste abhaken: Sachsen. Wieder mal habe ich ein nettes Angebot gefunden, was dem allerbesten Ehemann und mir ermöglicht hat, Leipzig einen Besuch abzustatten. Und was soll ich sagen? Auch Leipzig ist einen weiteren Besuch wert. Ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt habe, aber ich schaue gerne Häuser an. Und Leipzig hat viele hübsche Häuser zu bieten. Unser Hotel war sehr nah an der Innenstadt, also eigentlich quasi in der Innenstadt und deswegen konnten wir uns ganz viel der Stadt zu Fuß anschauen. Wir sind immer wieder ins Hotel zurück gekehrt, damit ich Pause machen kann, und sind dann wieder losgelaufen. Ich freue mich immer wieder über eine bunte Mischung von neuen und alten Gebäuden und gerade Leipzig hat davon sehr viel. Gerade die Einkaufsstraße, die mit Teilen der Universität kombiniert ist, hat es mir angetan. Ein Gebäude der Universität, das schon meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, bevor wir überhaupt in der Einkaufsstraße angekommen waren, war der Wahnsinn. In der Fassade wurden moderne Elemente mit den Elementen einer gotischen Kirche vereint, ich konnte mich einfach nicht satt sehen. Natürlich gab es auch in Leipzig noch einen Weihnachtsmarkt und die Tatsache, dass wir montags und dienstags abends drüber laufen konnten, hat die Sache sehr angenehm gemacht. Keine großen Menschenmassen, nicht viele Touristen und völlige Bewegungsfreiheit. Davon abgesehen ist auch der Weihnachtsmarkt in Leipzig gut angelegt. Viele kleine Weihnachtsmärkte schließen sich zu einem großen Weihnachtsmarkt zusammen.

Und dann habe ich mich noch verliebt. In Leipzig gibt es eine Vielzahl von Antiquariaten. Leider bin ich ins ein hinein gegangen und ich hätte fast geweint vor Glück. Ja, haltet mich für komisch, aber ich liebe Bücher. Und noch mehr liebe ich alte Bücher. Zu wissen, dass sie so viel mehr erlebt haben als ich und so viel mehr erleben können, lässt mich ehrfürchtig vor ihnen stehen. Eine alte Sammlung aller Brecht- Werke hat mich fast schwach werden lassen. Aber leider habe ich zur Zeit weder das Geld dafür (ihr ahnt gar nicht wie teuer Bücher sein können), noch den Platz, die Sammlung angemessen zu präsentieren. Aber eines Tages… ich werde dich wiederfinden, Brecht- Sammlung.

Und dann… der große Augenblick: das Zusammentreffen zweier Bucketlist- Punkte, die gleichzeitig erfüllt wurden. Der Punkt, Sachsen zu besuchen, wurde ja quasi die ganze Zeit erfüllt und parallel dazu bin ich mit dem allerbesten Ehemann in die Oper gegangen.

Eine Oper sehen

Ich war noch nie in der Oper. Sagen wir so, ich bin nicht der größte Fan von klassischer Musik. Ich kann ihr nicht sonderlich viel abgewinnen. Oder sagen wir konnte. Wir haben „La Bohème“ gesehen. Es war eine gute Entscheidung. Ich dachte, wenn ich schon eine Oper anschauen will, dann richtig. Und was soll ich sagen, noch beeindruckt vom Gebäude, seiner Größe, seiner Aufmachung, seiner Imposanz, wurde ich von dem Stück völlig überwältigt. Jahrelang sensibilisiert, die Gefühle, die auf einer Bühne preis gegeben werden, in mich aufzunehmen, überrollten mich die Emotionen, die durch diesen perfekten Gesang und die dazu abgestimmten Bewegungen und natürlich durch die Untermalung eines klassischen Orchesters übertragen wurden, vollständig. So ließ das Stück eine Steffie übrig, die mit Tränen in den Augen, fassungslos in ihrem Stuhl saß. Nicht in der Lage, zu erklären, wann sie so mitgenommen worden war. Das wird nicht meine letzte Oper gewesen sein.

Alles in allem ist Leipzig auf jeden Fall eine Reise wert. Und wer Lust hat, eine ganze Zeit durch das Städtchen zu stromern und dabei die Augen aufhält, wird fündig werden. Leipzig ist keine klassische Großstadt, sondern eine gute Mischung aus Einmalig- und Bodenständigkeit. Wir werden uns wiedersehen!IMAG3334Allerliebste Grüße

Steffie

Ideen und meine Bucketlist

Wie entsteht eigentlich ein neuer Bucketlist- Eintrag? Ganz einfach, mir kommt eine Idee. Ich bekomme sie an unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten, mit unterschiedlichen Themen. Die letzte Idee hatte ich bei meinem Bericht über meinen kleinen Urlaub in Rheinland- Pfalz und zwar:

Alle deutschen Bundesländer besuchen.

Natürlich bin ich schon viel in Deutschland herum gekommen. Ich war bereits in Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Berlin, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und natürlich Nordrhein-Westfalen. Aber wie immer gilt: nur die Bundesländer, die ich seit dem 28. Mai 2013 besucht habe. Und da sind es dann direkt drei weniger, nämlich Bremen, Hamburg und Berlin. Muss ich halt nochmal hin.

Hatte ich die Idee, kommt sie auf einem Klebezettel in meine Bucketlist. Beim nächsten Gebrauch der Bucketlist, blättere ich sie immer komplett durch. Gefällt mir die Idee immer noch, darf sie bleiben. Wenn nicht, kommt sie weg. Hat sie den Test bestanden, denke ich über Bastelideen nach. Jede Seite ist individuell gestaltet und bis ins kleinste Detail durchdacht und dann gebastelt. Und auf jeder Seite ist eine Stelle frei, an der das Foto kommt, das mich bei der jeweiligen Aufgabenerfüllung zeigt. Manchmal hat eine Aufgabe auch zwei Seiten. So wird es zum Beispiel bei der Bundesländer- Aufgabe sein. Genauso ist es bei dem Sandsammeln von zehn unterschiedlichen Stränden. Bei den Ideen habe ich mir selber keine Grenzen gesetzt. Ich habe ganz kleine Aufgaben, aber auch sehr große. Selten erzwinge ich das Erfüllen einer Aufgabe, meist ergibt es sich einfach und ich bin froh, dass ich mein Handy dabei habe, um es zu dokumentieren. Fast immer bin ich allein auf den Fotos. Hin und wieder sind aber auch Menschen, die mich bei der jeweiligen Aufgabe begleitet haben, mit zu sehen. Lustigerweise ist nie der allerbeste Ehemann auf den Bildern zu sehen, obwohl er bei fast jeder Aufgabe dabei war und dann der Fotograf war. In den nächsten Tagen wird es eine Premiere geben und ich werde zwei Bucketlist- Punkte gleichzeitig abhaken. Ich bin schon sehr aufgeregt.

Allerliebste Grüße

Steffie

Je ne comprends pas…

IMAG3295Der allerbeste Ehemann und ich brauchten Urlaub. Aber, wenn man die Heimat während der Vorweihnachtszeit für eine Woche verlässt, dann ist man raus. Man verliert den Anschluss und vor allem wichtige Zeit, die man komischerweise vor Weihnachten braucht. Ich weiß nicht, was in dieser Zeit anders ist. Ich verstehe nicht, wieso sich der Takt auf einmal ändert und man so einem bescheuerten Zeitdruck ausgeliefert ist. Nun ja, eine Woche war dann doch zu lang, aber ein Wochenende ist doch vertretbar. So haben wir uns knappe drei Tage in der Pfalz aufgehalten. Und eigentlich auch wieder nicht. Wir waren in einem kleinen Hotel in Pirmasens untergebracht, in dem es tolle alte Möbel gab. Ein alter Schrank, den der allerbeste Ehemann so kommentierte: „Hinter den Mänteln ist bestimmt Narnia.“ Und genau so, sah auch der Rest des Zimmers aus. Aber viel haben wir uns da eh nicht aufgehalten. Wir kamen Freitag gegen Mittag an und sind nach einem kurzen Einchecken direkt wieder ins Auto gestiegen. Auf nach Strasbourg. Ich war bereits vor ca einem dreiviertel Jahr dort gewesen und damals hat mich die Stadt so begeistert, dass ich sie unbedingt dem allerbesten Ehemann zeigen wollte. Also: nochmal hin. Scheinbar gibt es keine direkte Autobahnverbindung von Pirmasens nach Strasbourg, sodass unser Navi uns ca eine Stunde lang durch wunderschöne französische Dörfer leitete. Es war atemberaubend. Obwohl das Wetter morgens alles andere als schön war, klärte es langsam auf und ich konnte all die Wunderbarkeiten draußen vor meinem Fenster bestaunen. Ich bin froh, dass es keine Autobahn gibt.

Strasbourg an sich brauchte sich nicht eine Minute anzustrengen und es hatte mich wieder. Diese charmante Innenstadt, die eigentlich ziemlich groß ist, aber eben doch wieder nicht, weil sie in viele Einzelteile zerlegt ist, die durch niedliche kleine Gassen verbunden sind. Dann die beeindruckende Kathedrale, die auf einmal auftaucht, wenn man um eine Ecke geht, und sich quasi vor einen stellt. Welche ich übrigens dieses mal auch von innen gesehen habe. Die Buntglasfenster sind wirklich sehenswert. Besonders an dieser Stelle zu erwähnen, ist der Strasbourger Weihnachtsmarkt. In meiner Vorstellung war er riesig. In der Realität war er tatsächlich riesig, aber irgendwie auch nicht. Auch der Weihnachtsmarkt erstreckt sich nicht in einem Mal über die gesamte Innenstadt. Immer wieder gab es an der ein oder anderen Stelle ein Stück Weihnachtsmarkt. Aber eben die kleinen Gassen, die die Innenstadt miteinander verbinden, waren so geschmackvoll beleuchtet, dass sogar ich, Grinch, Gefallen daran gefunden habe. Ansonsten eignet sich Frankreich im Allgemeinen sehr zum Naschen, weswegen wir der Boulangerie et Pâtisserie Paul natürlich einen Besuch abgestattet haben, bei dem ich eine Tartelette citron und der allerbeste Ehemann eine Tartelette chocolat abbekommen haben. Allein diese Tartelettes wären ein Grund immer wieder dorthin zu fahren.

Am nächsten Tag haben wir uns dann auch Deutschland mal ein bisschen angeschaut. Bisher hatte ich Rheinland Pfalz noch nie besucht. Selbst Schuld würde ich sagen. Schon um zehn Uhr haben wir uns auf den Weg nach Landau gemacht. Auf dem Weg bot uns die Landschaft eine atemberaubende Kulisse. Dichter Nebel stand in den Wäldern und die Sonne versuchte krampfhaft, sich durch ihn durch zu schieben. Alle Versuche, dieses Schauspiel mit der Kamera angemessen einzufangen, sind gescheitert. Also wenn, dann müsst ihr selbst hinfahren und hoffen, dass sich dieses Schauspiel euch auch bietet. Landau an sich ist eine niedliche kleine Stadt, mit einem hübschen Stadtkern und einem süßen Weihnachtsmarkt. Länger als drei Stunden waren wir aber nicht da. Nachmittags waren wir dann noch in Hauenstein, der Schuhstadt. Ein Schuhladen neben dem anderen, das sogar mein Herz ein bisschen höher geschlagen hat. Und das, obwohl ich gar nicht so sehr auf Schuhe stehe. Den Tag haben wir dann aber etwas früher ausklingen lassen, als den zuvor, weil ich einfach mal eine Pause brauchte und, weil wir am nächsten Tag noch Großes vor hatten.IMAG3280Auf unserer Reise nach Strasbourg kamen wir in einem kleinen französischen Dorf vorbei, in dem eine riesige Anlage aus Stein stand. Bestimmt 80 Meter hoch ragte sie auf einem Berg zwischen den Häusern heraus. Ich steh ja auf sowas. Ich will wissen, was das ist. Ich will drauf und runterschauen. Ich will wissen, wofür es früher genutzt wurde. Also planten wir einen Ausflug dorthin. Eine knappe halbe Stunde von Pirmasens entfernt, bot es sich an, das Gebäude (zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, es sei eine Burg) vor der Rückfahrt am Sonntagmorgen zu besuchen. Eine kurze Recherche im Internet ergab dann, dass sich um die Citadelle de Bitche handelt. Also keine Burg, sondern die letzte Möglichkeit der Bewohner eines Dorfes, sich im Falle eines Angriffs zu schützen. Die Citadelle de Bitche ist auf einem Berg errichtet und ihre Wände sind gute 40 Meter hoch. Dadurch kommt die Gesamthöhe von 80 Metern zusammen. Im Berg befinden sich Räumlichkeiten, die bombensicher angelegt wurden. Im 12. Jahrhundert wurde die Citadelle de Bitche das erste mal erwähnt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass sie gute 900 Jahre alt ist.Irgendwie macht es diesen ganzen Bau noch gewaltiger. Die Citadelle de Bitche ist mehr als 350 Meter lang und zwischen 30 und 60 Meter breit. Die Wände sind mehr als einen Meter dick. Der Bau muss unvorstellbar anstrengend gewesen sein. Beeindruckend war dann auch die Aussicht. Am Horizont die Nordvogesen und direkt unter einem das Dörfchen Bitche. Ein paar Minuten bin ich ganz allein über die Citadelle de Bitche gelaufen. Es war ganz ruhig und nur der Wind hat einen durchgepustet. Es war, als würde die Zeit still stehen.

Wir hatten Glück und gerade an diesem Wochenende fand in der Citadelle de Bitche ein Nikolausevent statt. Es gab einen kleinen mittelalterlichen Weihnachtsmarkt und eine Führung durch die Räumlichkeiten der Citadelle de Bitche. Scheinbar das gesamte Dorf hatte sich in der Citadelle de Bitch versammelt, um an dem Schauspiel im Inneren der Citadelle de Bitche teilzunehmen. In jedem Raum erwarteten uns andere Geschichten, die von Leuten dargestellt wurden. Man führte uns durch Räume, die mit immer anderem Datum der Vorweihnachtszeit versehen wurden, immer näher an Weihnachten heran. So kamen wir durch eine Schneelandschaft in die Backstuben (, in denen altertümlich Plätzchen gebacken wurden), durch den Weinkeller zum Metzgermeister (, wo uns die Geschichte des Nikolauses erzählt wurde), durch einen Weihnachtswald zu einem kleinen Kino (, in dem ein Film vom Weihnachtsmann abgespielt wurde), zu einer alten Dame (, die uns eine Weihnachtsgeschichte vorlas), in ein Kinderzimmer (, in dem ein Mädchen einen Brief an den Weihnachtsmann verfasste) und schlussendlich in die Spielzeugmacherei des Weihnachtsmann, aus der man uns lautstark entließ. Bei all dem wurde man wirklich großartig unterhalten und es gab für mich nur ein Problem: Je ne comprends pas… Ich muss dringend mein Französisch aufbessern, wenn ich öfter nach Frankreich möchte. Und das möchte ich unbedingt.IMAG3292

Und noch einmal: Meer!

IMAG2850Wer hätte das gedacht, dass ich so schnell nochmal Sand sammeln kann?! Also ich nicht. Aber ein Spontan-Trip (erneut) an die niederländische Nordseeküste mit den beiden Besten macht es möglich. Vorletzen Donnerstag geht mein Handy und meine allerliebste ehemalige Zwillingsschwester ist am anderen Ende: „Nächstes Wochenende Meer?“ Und was soll ich sagen?! Da sagt man nicht nein. Also ging es am Freitag los. Mit der allerliebsten besten Freundin und der allerliebsten ehemaligen Zwillingsschwester. Und trotz des gar nicht so weit zurückliegenden letzten Meerbesuchs, habe ich mich wie doof gefreut. Kann man ja nicht zu oft besuchen, das Meer. Und ich muss sagen, dass das diesmal gewählte Reiseziel jeden anderen Meerbesuch um Längen geschlagen hat. Wir waren in Noordwijk. Wer nicht weiß, wo das ist: gaaaanz im Westen von den Niederlanden. Ziemlich auf einer Linie mit dem Ruhrgebiet. Man muss also mit dem Finger auf der Karte einfach nur links gehen, so lange bis Wasser kommt. Und was für Wasser. Im Gegensatz zu den (mir bekannten) deutschen Nordseeküsten, sind die niederländischen Nordseeküsten so wundervoll naturbelassen. Also fast. Da ist nicht überall Beton und so. Und auch keine Steine. Da ist einfach Sand. Viel Sand. Feiner Sand. Na und Muscheln. Und davon an der jetzt besuchten Küste ganz schön viele Bunte. Aber eins nach dem anderen. Wir kamen Freitag an und je näher wir dem Meer kamen, desto blauer wurde der Himmel. Und als wir ausstiegen, waren gefühlte 25 Grad und ein leichtes Lüftchen zu spüren.

Kurzer Einschub: ihr glaubt gar nicht wie wichtig das leichte Lüftchen für mich ist. Ich war früher immer ein Mensch, der Hitze sehr gut aushalten konnte. Gesegnet mit einer Haut, die die Sonne liebt. Dementsprechend habe ich früher stundenlang in der Sonne gelegen. Heute geht das nicht mehr. Oder sagen wir, seitdem ich krank bin, geht das nicht mehr. Hitze ich für mich wie ein Killer. 25 Grad ohne Lüftchen halte ich vielleicht zwei Stündchen aus. Dann baue ich ab. Das ganze ist ein echtes (also bekanntes) MS-Symptom und hat auch irgendeinen komischen Namen. Aber auch ich merke mir nicht immer alles. Nun, aber warum erzähle ich euch das? Eigentlich wollte ich nur sagen, dass mir das Meer in 90% der Fälle die Möglichkeit bietet, in der Sonne zu liegen. Und das länger als zwei Stunden. Die Luft pustet mich gleichzeitig wieder auf Normaltemperatur. Und somit gilt der ganze Beitrag nicht nur als Reisetipp für Gesunde, sondern vor allem für MS-Kranke, die die gleichen Beschwerden haben wie ich. Was eigentlich nicht nur für Noordwijk gilt, sondern für die gesamte Nordseeküste. Denn meistens ist hier das schöne Wetter mit Wind kombiniert.IMAG2848

Okay, gefühlte 25 Grad und ein leichtes Lüftchen. Was im Umkehrschluss bedeutete, dass wir fast unsere gesamte Zeit am Strand verbrachten. Na gut. Wir haben auch was gegessen. Geht da auch ganz gut in Noordwijk. Auf so einer niedlichen Promenade mit lauter Restaurants. War für jeden Geschmack was dabei. Und wir waren auch noch ein bisschen shoppen. Geht nämlich auch ganz gut in Noorwijk. Es gibt eine kleine Innenstadt mit einer bunten Auswahl an Geschäften. Und die allerliebste ehemalige Zwillingsschwester war noch surfen. Geht auch ganz gut in Noordwijk. Wenn denn  Wellen da sind. (Das gilt aber wohl für jede Küste.) Alles in allem ist in Noordwijk also neben einem wunderbaren Strand alles vorhanden, was man so braucht, um den Alltag mal zu vergessen.

Manchen (auch mir) reicht ja nur der Strand. Ich brauche ein Handtuch, ein Buch, einen Bikini und eine Flasche Wasser. Und dann könnte ich stundenlang rumliegen, lesen, schlafen, dem Meer zuhören. Ab und zu gehe ich ins Wasser, aber dann liege ich auch gerne wieder rum. Und wenn der Strand so einladend ist wie in Noordwijk, ist es umso schöner. Ich mag, wenn die Ebbe das Meer nicht völlig für sich beansprucht. Wenn durch sie nur der Strand etwas tiefer wird, ist es okay. Und ich mag, wenn die Flut allerhand schöne Dinge ans Ufer bringt. Wenn man sieht, welch lange Reise diese ganzen Sachen hinter sich haben. Einfach wunderschön.

So, schlussendlich bleibt zu sagen, dass das nicht meine letzte Reise ins schöne Noordwijk gewesen sein wird. Und zum Ende bekommt ihr (untypischerweise) noch ein drittes Bild. Ich wünsche euch, dass ihr auch ein paar Tage am Meer verbringen könnt oder konntet.IMAG2877

Allerliebste Grüße

Steffie