Countdown

Irgendwie ist es diesmal anders. Ich lebe so vor mich hin und warte darauf, dass dieser blöde Jahrestag endlich vorbei geht. Innerlich zähle ich runter, wie viele Tage es noch sind. Aber nur manchmal. Eigentlich geht es mir sehr gut und ich bin vorbereitet. Ich habe einen Frisörtermin, ich habe eine Einladung zu einem Geburtstag und das Versprechen, dass der allerbeste Ehemann am Abend mit mir noch einen Abstecher zur Kirmes macht. Ich bin ein Kirmeskind. Und um ein bisschen mehr von mir zu verraten, ich bin ein Sterkrader Kirmeskind. Ich liebe es, einfach nur über die Kirmes zu laufen, mir das bunte Treiben anzuschauen und das ein oder andere Leckere zu essen. Und ich liebe den Power Tower. Ich weiß nicht, ob ihr euch daran erinnern könnt, als ich euch davon erzählt habe, dass Premieren in meinem Bauch so ein Kribbeln auslösen. Auf jeden Fall macht der Power Tower mit mir das Gleiche. Nur mit weniger Arbeit vorher, aber auch leider nicht so langanhaltend. Trotzdem freue ich mich schon sehr.

Ein neuer Denkansatz funktioniert scheinbar ganz gut. Mir ist aufgefallen, dass es nicht so schön ist, zu zählen wie viele Jahre ich nun schon krank bin. Besser ist es, zu zählen, dass es mir seit drei Jahren gut geht, obwohl ich krank bin. Ich muss zugeben, ich kann das mit dem Verdrängen ganz gut. Am Anfang der Krankheit ging es mir alles andere als gut, aber ich bin recht wohlbehalten an der Stelle angekommen, an der ich mich jetzt befinde. Die schlimme Zeit habe ich längst hinter mir gelassen und die Sache mit den Schüben lasse ich auch sein. Nun lässt es sich nicht ganz abstellen, dieses Gefühl, auf etwas zu warten, was in jedem Fall geschehen wird. Automatisch denke ich daran, was ich vor drei Jahren gemacht habe. Was meine letzten gesunden Aktivitäten waren. Ich verspüre ein bisschen Wehmut. Aber dann versuche ich daran zu denken, was ich alles dazugewonnen habe. Und da ist so viel mehr auf der Habenseite. Und es ist wunderschön, sich das bewusst zu machen. Und Wehmut ist okay. Wäre ja auch komisch, wenn einen völlig kalt lassen würde, dass man vor langer Zeit etwas verloren hat, was einem sehr wichtig war.

Allerliebste Grüße

Steffie

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