Die Bucketlist

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Eine wunderbare Reaktion auf meine Krankheit war meine Bucketlist. Keine klassische Bucketlist. Ganz im Gegenteil. Denn schneller als ich sie abarbeite, wird sie länger. Bald muss ich mir wohl ein zweites Buch kaufen. Und ich hoffe, dass ich nie an den Zeitpunkt komme, dass mir nichts Neues mehr einfällt. Meine Bucketlist beinhaltet nicht nur Punkte, die mit viel Aufwand umsetzbar sind. Es gibt große wie auch kleine Punkte.

Aber die Bucketlist war nicht eine meiner Reaktionen auf die MS. Am Anfang meiner Krankheit war es nicht einfach für mich. Ich hatte im Mai 2013 meinen ersten Schub. Kurze Zeit später heiratete ich. Ich hatte also noch nicht viel Zeit darüber nachzudenken, was diese Diagnose überhaupt bedeutete. Doch dann hatte ich im August 2013 schon den zweiten Schub. Dieser ließ mir ins Bewusstsein rücken, dass das nicht so witzig ist, was da so in mir vorgeht. Ich reagierte mit großen Ängsten und Unsicherheit. Außerdem wurde ich jede Woche auf’s Neue durch meine Medikamente außer Gefecht gesetzt. Und meine wunderbare allerliebste beste Freundin sagte zu mir: „Du brauchst eine Bucketlist, Steffie. Die ist genau das richtige für dich! Du hast doch sowas? Dinge, die du noch machen willst im Leben? Du hast doch so eine Liste, oder?!“ Meine wunderbare allerliebste beste Freundin sitzt auf meinem Bett und lackiert meine Fingernägel. Es ist Spritzentag. Und die Spritzen plätten mich jede Woche auf’s Neue. Ich leide unter den Nebenwirkungen. Mir tut alles weh, vor allem der Kopf. Ich bin schlapp und meine Beine gehorchen mir nicht so wie ich es gern hätte. Heißt mit anderen Worten: ich liege. Habe ich noch nie gehört, Bucketlist. Bucketlist? „Was ist das, eine Bucketlist?“ „Das haben die in Amerika alle. Eine Liste oder ein Buch, in dem alle Dinge stehen, die du noch machen willst, bevor du mal stirbst.“ Wenn man das so liest, dann denkt man vielleicht, ich sterbe kommende Woche. Aber ich wusste genau wie sie es meint. „Steffie, wenn du so liegst immer, dann brauchst du etwas, was du anschauen kannst. Die Dinge, die du schon geschafft hast und die Dinge, die du noch machen willst. Du musst davon träumen können. Wir basteln dir so eine. So ein Fotobuch. Und die Dinge, die du gemacht hast, werden fotografiert und kommen da rein.“ Und ich fand die Idee toll. Ich habe so einige Dinge vor. Ich will die Welt sehen! Und weil seitdem ja schon ein bisschen Zeit vergangen ist, habe ich natürlich auch schon das ein oder andere erlebt. Berichte folgen!

Allerliebste Grüße

Steffie

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