Müde, aber glücklich

Ihr habt lange nichts von mir gehört. Ich habe Unistress. Stress ist nicht gut, aber momentan kann ich ihn irgendwie schlecht vermeiden. Aber ich kann ihm entgegenwirken. Theatern. Momentan gibt es endlich wieder viele Proben. Und viele echte Proben. Ich habe heute bemerkt, dass ich eigentlich schon sehr lange nicht mehr richtig theatert habe. Denn heute habe ich so richtig theatert. Wir gehen mit einer raschen Geschwindigkeit auf die Premiere zu. Ich hoffe, ich kann euch ein bisschen näher bringen, was mich am Theatern so begeistert. Kennt ihr das Gefühl, wenn man träumt, und sich selbst von oben betrachtet? So ist für mich theatern. Einmal raus aus dem Körper und schauen, was so in einem steckt. Und ich habe mich heute mehr als einmal gefreut, was da noch so an schauspielerischem Können vorhanden ist. (Ist wirklich schon lange her.) Und vor allem hat mich gefreut, dass ich oft aus meinem Körper raus durfte und Gefühle durchleben durfte, die ich bewusst hervorgerufen habe. Mich hat schon immer am Schauspielern fasziniert, dass man jemand anders sein kann, ohne sich selbst zu verlieren. Und seit dem ich krank bin, ist es umso schöner, wenn man mal kurz jemand anders sein kann. Und ich sage euch, ich war eben vier Stunden theatern. Und ich war vier Stunden gesund. Okay, ich hab meinen Körper am Ende mehr denn je gemerkt, weil vier Stunden Probe am Stück ist so ne Sache mit MS, aber egal, ich kann jetzt lange schlafen. Und immerhin war ich so euphorisch, dass ich euch direkt davon berichten musste wie glücklich ich gerade gestimmt bin.

Allerliebste Grüße

Steffie

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