Das vierte Jahr

Natürlich gibt es trotz Baby noch einen kleinen Jahresrückblick für das vierte Jahr mit MS. Auch wenn es nicht so scheint, habe ich eifrig meine Bucketlist gefüllt. Alles in allem war es wohl das beste der vier Jahre, auch, wenn ich nicht ganz so viele Punkte der Bucketlist erfüllt habe wie in den Jahren davor. Kleider – ich muss dringend wieder Kleider kaufen gehen! Sonst schaffe ich die 300 wohl nie.

  • Disneyland besucht
  • ein Huhn gestreichelt
  • ein fremdes Land besucht
  • ein Ultraschallbild bekommen
  • 0 Schübe
  • 0 verlorene Körperteile
  • 1 (also insgesamt 8) von 16 besuchten Bundesländern
  • 4 (also insgesamt 13) vollendete Bucketlist- Punkte

Den Start ins fünfte Jahr habe ich ja irgendwie verpasst. Es ist schon gut einen Monat alt und ich frage mich, wo ebendieser hin ist. Immerhin werde ich wohl in diesem fünften Jahr einen sehr großen Punkt meiner Liste abhaken, der schon verdammt lang in Arbeit ist – meinen (ersten) Abschluss an der Uni. Mal sehen wie sich Amelie so in der Uni macht und ob ich das Ziel auch bis zum nächsten Frühjahr erreichen kann. Ansonsten bin ich letzte Woche einen Schritt Richtung MS- Normalität gegangen und habe meine Medikamenteneinnahme wieder gestartet, die bekannten Nebenwirkungen (Verlangsamung des Herzens) bei der Ersteinnahme gut überstanden und den Körper mit etwas Ruhe wieder an das gute Zeug gewöhnt. Jetzt fühle ich mich wieder normal und meide Menschen mit Erkältungen und anderen spannenden Erkrankungen, weil mein Immunsystem wieder auf ein Minimum heruntergefahren ist. Das hat bereits in der Vergangenheit gut geklappt und ich denke, dass es jetzt wieder so sein wird. Aber warten wir mal den ersten Besuch beim Kinderarzt ab, deren Wartezimmer sollen ja besonders toll sein.

Allerliebste Grüße

Steffie

 

Frankreich

imag4391So, da bin ich wieder. Seit zwei Tagen bin ich schon wieder daheim und versuche in meinem Kopf all die wunderbaren Eindrücke der letzten Woche zu verarbeiten und sortieren. Und so langsam aber sicher kommt in meinem Kopf an, was ich alles so erlebt habe. Ich war in Frankreich und irgendwie habe ich mein Herz dort gelassen. Ich hoffe, es kommt irgendwann auch wieder heim. Aber irgendwie habe ich den leisen Verdacht, dass ich es eine lange Zeit nicht wieder sehen werde. Zur Not hole ich es mir wieder, denn ich war nicht das letzte Mal in Frankreich. Unseren Urlaub haben wir mitten im Inland in Saint- Fargeau begonnen. Ein niedliches kleines Dörfchen mit keiner größeren Stadt in der Nähe. Unglaublich schön. Es gab einen See, einen Pool, Sonne, kein Internet und die wunderbare Weite der französischen Landschaft mit all ihren kräftigen Farben. Und da war es schon um mich geschehen. Noch dazu all diese süßen historischen Stadtkernchen und ich habe mehr als genug Urlaub. Ich bin nicht so dafür gemacht, Tage lang an einem Strand oder Pool zu liegen und gerade deswegen waren das perfekte fünf Tage. Ich lag in der Sonne, ich war schwimmen, ich habe Städtchen angeschaut und ich konnte Landschaften betrachten. Und somit war ich der entspannteste Mensch der Welt, als wir am sechsten Tag nach Paris gefahren sind. Paris. Die erste Stadt, die Wien das Wasser reichen kann. Aber sowas von. Egal um welche Ecke man geht, überall lauert Kunst und Kultur. Wunderbar. Leider war der Plan, Paris erstmal kennen zu lernen, um dann zu entscheiden, ob es sich lohnt, nochmal wieder zu kommen. Ich hätte es besser wissen müssen. Es hätte mir klar sein sollen, dass es sich lohnt. So habe ich all die Kunst nur hinter den dicken Mauern der Gebäude erahnt, aber nicht gesehen. Was aber nicht nur schlimm ist, weil ich mein Herz ja eh noch dort abholen muss. In dem Zuge werde ich mir direkt die ganze Kunst anschauen. An diesem einen Tag habe ich immerhin direkt den ersten Bucketlistpunkt abgehakt.

Ein Baguette in Paris essen.

Natürlich kommt die wunderschöne Hauptstadt Frankreichs in meiner Bucketlist vor. So habe ich mir in einer kleinen Bäckerei in einer Nebenstraße in Paris ein frisches Baguette gekauft und gefuttert. Naja, halb gefuttert. Ist ganz schön groß so ein Baguette. Natürlich habe ich mir auch die meisten Sehenswürdigkeiten angeschaut, zumindest von außen. Wirklich toll, dieses Städtchen.

imag4471Am Tag darauf kam dann das absolute Highlight unserer Reise. Ich glaube, ich habe es noch nie erzählt, aber ich bin ein großer Fan von Disney und da ist es natürlich ein Muss, das Disneyland zu besuchen. Bei wunderschönstem Wetter sind wir einen ganzen Tag durch’s Disneyland gelaufen. Begrüßt wurde ich am Eingang mit: „Oh, you have a happy face.“ und beendet habe ich den Tag in der ersten Reihe der Disneyparade, aufgeregter als die etwa sechsjährige Pauline neben mir (wir haben uns dort spontan kennengelernt). Dieser ganze Tag war so herzerfüllend schön, dass ich immer noch davon zehre. Und somit habe ich den zweiten Bucketlistpunkt fertig gestellt.

Disneyland Paris besuchen.

Alles in allem waren es sehr entspannende, aufregende, glücklich machende, beeindruckende, spannende Tage und ich bin mir sicher, dass ich nochmal in Frankreich Urlaub machen werde.

imag4518Allerliebste Grüße

Steffie

Vorfreude

So, meine Lieben, immer, wenn es hier still wird, bin ich meist beschäftigt. Und ich war diesmal sowas von beschäftigt… Eine Reise steht kurz bevor und ich bin schon schrecklich aufgeregt. Ich werde zwei Bucketlistpunkte abhaken und ein neues Land kennen lernen. Und ich liebe neue Länder! Ich werde auch nicht verraten, wohin die Reise gehen wird. Ich sage nur so viel: ein Kindheitstraum wird in Erfüllung gehen. Und für diese Möglichkeit verzichte ich sogar auf das Meer. Und das soll schon was heißen. Ich werde euch auf jeden Fall berichten und natürlich alles fotodokumentieren. Zum einen natürlich für meine Bucketlist und zum anderen auch für meinen Blog, um ihn um eine weitere wunderschöne Erinnerung zu erweitern. In diesem Sinne, wir lesen uns an dieser Stelle in ein paar Tagen wieder.

Allerliebste Grüße

Steffie

Ausnahmezustand

Schon mehrfach wollte ich wieder etwas schreiben. Und mehrfach ist mir aufgefallen, dass in meinem Kopf nicht viel mehr ist, als all das Wissen über mittelalterliche Literatur, das ich in den letzten zwei Wochen hineingeprügelt habe. Jeden Abend liege ich im Bett und habe Angst, dass ich das Wissen am nächsten Morgen wieder verloren haben könnte. Das ein oder andere weniger schöne Ereignis mit meinem MS-kranken Köpfchen macht mich unsicher. Aber ich habe alles drei- bis vierfach wiederholt und die Chancen stehen gut, dass ich übermorgen eine ganz gute Leistung abliefern könnte. Parallel zur Lernerei versuche ich weiterhin gesund zu essen, was mir ausgesprochen schwer fällt, weil ich am liebsten den ganzen Tag lang Schokolade futtern und Cola in mich reinkippen könnte. Mein Gehirn schreit ganz laut: „Gib mir Zuuucker!!“ Und ich versuche standhaft zu bleiben. Klappt an manchen Tagen. Immerhin gehe ich noch artig zum Sport. Stressabbau. Und in einer Situation wie der jetzigen, merke ich, dass ich nicht ganz gesund bin. Mein Gesicht kribbelt munter vor sich hin und sagt mir: „Pass auf dich auf!“ Also passe ich auf mich auf. Mein Tag besteht nur noch aus Lernen und den wirklich nur nötigsten sonstigen Aktivitäten. Außerdem sorge ich für viel Schlaf und ausreichend Pausen. Alles in allem ist hier Ausnahmezustand. Ich bin sehr froh, wenn endlichen Donnerstag ist und dieses ganze Theater vorbei ist. Was man nicht alles dafür macht, um klüger zu werden… Leider erlebe ich also zur Zeit quasi gar nichts. Der Lernstress macht das Fernweh größer und ich sehne den Urlaub herbei. Ich zähle die Tage. Außerdem versuche ich seit geraumer Zeit einen Rock fertig zu nähen, den ich vor etwa fünf Wochen angefangen habe. Naja, zusammengefasst, ist das Ganze hier Klagen auf sehr hohem Niveau. Immerhin habe ich die Möglichkeit eben alles zurückzustellen und mich auf diese eine Sache zu konzentrieren. Und Donnerstag ist es endlich vorbei und ich habe Ferien. Dann kann ich reisen, nähen, kochen und basteln. Ihr werdet von mir hören.

Allerliebste Grüße

Steffie

Kutterfest

IMAG4151Seit ein paar Jahren fahren der allerbeste Ehemann und etwa zur gleichen Zeit an die Nordsee. Um genau zu sein: nach Neuharlingersiel. Jedes Jahr findet dort das Kutterfest statt. Ganz davon abgesehen, dass ich eh immer an’s Meer möchte, bietet das Kutterfest den besonderen Reiz, dass man auf einem Fischkutter auf’s Meer hinaus fahren kann. Das ist natürlich irgendwie Meer 2.0. Auf dem Meer rumzutuckern und weggepustet zu werden, hat schon irgendwie was. Dieses Jahr hatten wir auch wirklich Glück mit dem Wetter. Die Sonne strahlte vom Himmel und es waren angenehme gefühlte 30°C. Meine Haut hat endlich etwas Farbe bekommen. Dank der ganzen Lernerei und dem bisher nur spärlich mit Sonne ausgestatteten Sommer, sah ich nämlich bis vorgestern noch aus wie ein Kalkeimer. Das hat sich dann gestern glücklicherweise geändert. Dieses Jahr feiert das Kutterfest seinen 50. Geburtstag. Viel größer und irgendwie auch viel voller kam es daher. Leider fand die Kutterregatta, die sonst immer samstags stattfindet, dieses Jahr sonntags statt. Trotzdem sind die Kutter gestern rausgefahren, das heißt, ich konnte auf’s Meer. Ein bisschen lustiger ist es eigentlich, wenn sie Regatta fahren, weil sie dann versuchen, sich gegenseitig in der gestoppten Zeit zu übertrumpfen, und dabei gerne schon mal die ein oder andere Welle auf den Kutter schwappt. Trotzdem hatte es gestern seinen Reiz. Scheinbar haben alle Kutter versucht, ihre Fähigkeiten in die Kurve zu fahren, schon mal für das echte Rennen zu trainieren. Also sind wir im Kreis fahrend über die Nordsee getingelt. Und es war schön wie immer. Hiermit empfehle ich euch also sehr dringend das Kutterfest in Neuharlingersiel. Wir machen daraus meist einen Tagesausflug, man kann aber auch ganz gut dort übernachten, wenn man rechtzeitig ein Zimmer bucht. Ist nämlich immer schnell ausgebucht zur Zeit des Kutterfestes in Neuharlingersiel. Aber als Tagesausflug funktioniert es auch immer super.

IMAG4148Allerliebste Grüße

Steffie

Lebenszeichen

Ich hab schon fast ein schlechtes Gewissen, dass ich nichts mehr von mir hören lasse, aber die halbjährliche Klausurphase frisst alle meine verfügbaren Kräfte. Gleichzeitig versuche ich meine gesunde Lebensweise fortzuführen. Klappt ganz gut, leider bleibt alles andere auf der Strecke. Tatsächlich habe ich das ein oder andere, von dem ich euch noch erzählen wollte. Werde ich wohl auch noch. Bald. Außerdem plane ich gerade eifrig mehrere Meerbesuche. Von dem einen berichte ich euch schon bald, von dem anderen im September. Dieser wird besonders toll. Mehrere Bucketlistpunkte werden erfüllt werden. Ich verrate euch heute so viel: es wird meine erste echte Reise nach Frankreich und ich freue mich unendlich darauf. Wahrscheinlich werde ich etwas geschockt sein, wenn ich das erste Mal einen Ozean sehe und nicht mehr nur die Nordsee oder das Mittelmeer, aber das nehme ich in Kauf. In Gedanken daran, werde ich versuchen, die nahe Zukunft zu überstehen. In drei Wochen ist alles vorbei und ich werde wieder mehr erzählen.

Allerliebste Grüße

Steffie

Kurzer Überblick

So Herrschaften, da bin ich wieder. Seit meinem letzten echten Beitrag hatte ich noch nicht wieder Zeit, einen vernünftigen Beitrag zu schreiben. Der allerbeste Ehemann und ich kamen aus Büsum wieder, kurz durchgeatmet, ein bisschen arbeiten und zack, waren wir schon wieder auf der Autobahn auf dem Weg nach Hamburg. Diesmal war die allerbeste kleine kleine Schwester auch dabei. Ich war bereits zweimal in Hamburg und hatte schon vieles angeschaut, aber diesmal habe ich Hamburg von einer anderen Seite kennengelernt. Wir waren in Blankenese und haben die ersten Sonnenstrahlen bei einem Kaffee am Strand der Elbe genossen. Ganz nebenbei kann ich Hamburg jetzt von der Bucketlist streichen.IMAG3594Wieder daheim angekommen gab es direkt das nächste Abenteuer: das allerbeste Patenkind zum ersten Mal im Theater. Im Theater Oberhausen gibt es doch tatsächlich ein Stück für kleine Kinder ab drei. Und hin mit dem Kind! Dieses hatte sichtlich Spaß und ließ sich nach dem Stück mit stolzem Grinsen im Bühnenbild fotografieren. Zum Abschluss gab es noch ein Eis. „Eis mit Banane.“ „Richtige Banane?“ “ Eis aus Banane. Und Banane.“ „Du möchtest richtige Banane auf deinem Eis?“ „Ja. Und Eis aus Banane.“ Ich finde toll, dass das allerbeste Patenkind jetzt sagen kann, was es möchte. Ist viel einfacher als früher. Die Bananen hab übrigens ich gegessen.

Seit gestern lebe ich mich wieder ein und war erstmal bei der Physio. Mir stehen drei sehr ruhige Wochen bevor. Drei Wochen und ein Tag. Ich arbeite mit viel Ehrgeiz an meinem Projekt für die Uni, damit ich schnell damit fertig werde und vielleicht noch ein bisschen Ferien haben werde. Ach ja, ein bisschen gemalert habe ich auch noch. Und werde ich auch noch. Besser als jede Ergotherapie. Ich mag, wenn routinierte Handgriffe funktionieren, ohne, dass ich alles durch die Gegend schmeiße. Vielleicht sollte ich wieder mehr malern.

Allerliebste Grüße

Steffie

Wo das Meer zum Himmel wird…

IMAG3510Ich erzähle es immer wieder. Ich brauche das Meer. Nach meiner eher weniger guten Phase, oder sagen wir, noch in der weniger guten Phase, habe ich Urlaub gebucht. Und da es für mich am Meer kein schlechtes Wetter gibt, habe ich mich für die Nordsee entschieden. Weil ich die niedersächsische Küste weitestgehend abgegrast habe, habe ich mich in Schleswig Holstein umgeschaut. Und siehe da, ein kleines Örtchen namens Büsum kam ganz nett daher. Und es hält, was es versprochen hat. Ein süßes, kleines Städtchen mit einer netten Küste, einem schönen Schwimmbad und einer Seehundauffangstation in der Nähe. Was will man mehr? Gar nichts. Als wir fast angekommen waren in Büsum, ist mir dann auch aufgefallen, dass ich bei meiner Auflistung bisheriger Besuche in deutschen Bundesländern, Schleswig Holstein vergessen hatte. Vor vielen Jahren waren der allerbeste (damals Noch-nicht-) Ehemann und ich in Sankt Peter Ording. Und der jetzige Besuch zählt dann zur neuen Ansammlung der Besuche von deutschen Bundesländern. Des Weiteren werde ich ein neues Glas mit Sand füllen. Somit sind es nun fünf an der Zahl und die Hälfte ist geschafft.

Heute ist etwas Wunderbares geschehen. Ich mag an der Nordsee auch das Watt. Ich laufe gerne hindurch und schaue, was das Meer so herangespült hat. In Niedersachsen versinkt man nach geraumer Zeit ziemlich tief im Watt. Das geht eigentlich nur barfuß. Aber hier in Schleswig Holstein ist das Watt fester und man kann gefühlt unendlich weit hineinlaufen. Das haben der allerbeste Ehemann und ich getan. Mit Gummistiefeln sind wir der Flut entgegengelaufen, bis wir am Wasser waren. Und auf einmal gab es eine Situation, in der man sich unfassbar leicht und losgelöst gefühlt hat. Die Farbe des Himmels war die Farbe des Meeres und umgekehrt. Es war fast windstill und das Meer blubberte vor sich hin. Die Flut. Außer diesem leisen Blubbern gab es kein einziges Geräusch. Regungslos stand ich im Wasser und habe diese klitzekleinen Wellen über meine Füße schwappen lassen. Ich sage euch, man fühlt sich so klein. Alle Sorgen sind so weit weg. So habe ich ein paar Minuten zwischen Meer und Himmel gehangen und habe die Leichtigkeit mein Herz wieder glücklich machen lassen.IMAG3526Allerliebste Grüße

Steffie

Leipzig

IMAG3328Ich kann ein weiteres Bundesland auf meiner Liste abhaken: Sachsen. Wieder mal habe ich ein nettes Angebot gefunden, was dem allerbesten Ehemann und mir ermöglicht hat, Leipzig einen Besuch abzustatten. Und was soll ich sagen? Auch Leipzig ist einen weiteren Besuch wert. Ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt habe, aber ich schaue gerne Häuser an. Und Leipzig hat viele hübsche Häuser zu bieten. Unser Hotel war sehr nah an der Innenstadt, also eigentlich quasi in der Innenstadt und deswegen konnten wir uns ganz viel der Stadt zu Fuß anschauen. Wir sind immer wieder ins Hotel zurück gekehrt, damit ich Pause machen kann, und sind dann wieder losgelaufen. Ich freue mich immer wieder über eine bunte Mischung von neuen und alten Gebäuden und gerade Leipzig hat davon sehr viel. Gerade die Einkaufsstraße, die mit Teilen der Universität kombiniert ist, hat es mir angetan. Ein Gebäude der Universität, das schon meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, bevor wir überhaupt in der Einkaufsstraße angekommen waren, war der Wahnsinn. In der Fassade wurden moderne Elemente mit den Elementen einer gotischen Kirche vereint, ich konnte mich einfach nicht satt sehen. Natürlich gab es auch in Leipzig noch einen Weihnachtsmarkt und die Tatsache, dass wir montags und dienstags abends drüber laufen konnten, hat die Sache sehr angenehm gemacht. Keine großen Menschenmassen, nicht viele Touristen und völlige Bewegungsfreiheit. Davon abgesehen ist auch der Weihnachtsmarkt in Leipzig gut angelegt. Viele kleine Weihnachtsmärkte schließen sich zu einem großen Weihnachtsmarkt zusammen.

Und dann habe ich mich noch verliebt. In Leipzig gibt es eine Vielzahl von Antiquariaten. Leider bin ich ins ein hinein gegangen und ich hätte fast geweint vor Glück. Ja, haltet mich für komisch, aber ich liebe Bücher. Und noch mehr liebe ich alte Bücher. Zu wissen, dass sie so viel mehr erlebt haben als ich und so viel mehr erleben können, lässt mich ehrfürchtig vor ihnen stehen. Eine alte Sammlung aller Brecht- Werke hat mich fast schwach werden lassen. Aber leider habe ich zur Zeit weder das Geld dafür (ihr ahnt gar nicht wie teuer Bücher sein können), noch den Platz, die Sammlung angemessen zu präsentieren. Aber eines Tages… ich werde dich wiederfinden, Brecht- Sammlung.

Und dann… der große Augenblick: das Zusammentreffen zweier Bucketlist- Punkte, die gleichzeitig erfüllt wurden. Der Punkt, Sachsen zu besuchen, wurde ja quasi die ganze Zeit erfüllt und parallel dazu bin ich mit dem allerbesten Ehemann in die Oper gegangen.

Eine Oper sehen

Ich war noch nie in der Oper. Sagen wir so, ich bin nicht der größte Fan von klassischer Musik. Ich kann ihr nicht sonderlich viel abgewinnen. Oder sagen wir konnte. Wir haben „La Bohème“ gesehen. Es war eine gute Entscheidung. Ich dachte, wenn ich schon eine Oper anschauen will, dann richtig. Und was soll ich sagen, noch beeindruckt vom Gebäude, seiner Größe, seiner Aufmachung, seiner Imposanz, wurde ich von dem Stück völlig überwältigt. Jahrelang sensibilisiert, die Gefühle, die auf einer Bühne preis gegeben werden, in mich aufzunehmen, überrollten mich die Emotionen, die durch diesen perfekten Gesang und die dazu abgestimmten Bewegungen und natürlich durch die Untermalung eines klassischen Orchesters übertragen wurden, vollständig. So ließ das Stück eine Steffie übrig, die mit Tränen in den Augen, fassungslos in ihrem Stuhl saß. Nicht in der Lage, zu erklären, wann sie so mitgenommen worden war. Das wird nicht meine letzte Oper gewesen sein.

Alles in allem ist Leipzig auf jeden Fall eine Reise wert. Und wer Lust hat, eine ganze Zeit durch das Städtchen zu stromern und dabei die Augen aufhält, wird fündig werden. Leipzig ist keine klassische Großstadt, sondern eine gute Mischung aus Einmalig- und Bodenständigkeit. Wir werden uns wiedersehen!IMAG3334Allerliebste Grüße

Steffie

Ideen und meine Bucketlist

Wie entsteht eigentlich ein neuer Bucketlist- Eintrag? Ganz einfach, mir kommt eine Idee. Ich bekomme sie an unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten, mit unterschiedlichen Themen. Die letzte Idee hatte ich bei meinem Bericht über meinen kleinen Urlaub in Rheinland- Pfalz und zwar:

Alle deutschen Bundesländer besuchen.

Natürlich bin ich schon viel in Deutschland herum gekommen. Ich war bereits in Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Berlin, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und natürlich Nordrhein-Westfalen. Aber wie immer gilt: nur die Bundesländer, die ich seit dem 28. Mai 2013 besucht habe. Und da sind es dann direkt drei weniger, nämlich Bremen, Hamburg und Berlin. Muss ich halt nochmal hin.

Hatte ich die Idee, kommt sie auf einem Klebezettel in meine Bucketlist. Beim nächsten Gebrauch der Bucketlist, blättere ich sie immer komplett durch. Gefällt mir die Idee immer noch, darf sie bleiben. Wenn nicht, kommt sie weg. Hat sie den Test bestanden, denke ich über Bastelideen nach. Jede Seite ist individuell gestaltet und bis ins kleinste Detail durchdacht und dann gebastelt. Und auf jeder Seite ist eine Stelle frei, an der das Foto kommt, das mich bei der jeweiligen Aufgabenerfüllung zeigt. Manchmal hat eine Aufgabe auch zwei Seiten. So wird es zum Beispiel bei der Bundesländer- Aufgabe sein. Genauso ist es bei dem Sandsammeln von zehn unterschiedlichen Stränden. Bei den Ideen habe ich mir selber keine Grenzen gesetzt. Ich habe ganz kleine Aufgaben, aber auch sehr große. Selten erzwinge ich das Erfüllen einer Aufgabe, meist ergibt es sich einfach und ich bin froh, dass ich mein Handy dabei habe, um es zu dokumentieren. Fast immer bin ich allein auf den Fotos. Hin und wieder sind aber auch Menschen, die mich bei der jeweiligen Aufgabe begleitet haben, mit zu sehen. Lustigerweise ist nie der allerbeste Ehemann auf den Bildern zu sehen, obwohl er bei fast jeder Aufgabe dabei war und dann der Fotograf war. In den nächsten Tagen wird es eine Premiere geben und ich werde zwei Bucketlist- Punkte gleichzeitig abhaken. Ich bin schon sehr aufgeregt.

Allerliebste Grüße

Steffie