Frankreich

imag4391So, da bin ich wieder. Seit zwei Tagen bin ich schon wieder daheim und versuche in meinem Kopf all die wunderbaren Eindrücke der letzten Woche zu verarbeiten und sortieren. Und so langsam aber sicher kommt in meinem Kopf an, was ich alles so erlebt habe. Ich war in Frankreich und irgendwie habe ich mein Herz dort gelassen. Ich hoffe, es kommt irgendwann auch wieder heim. Aber irgendwie habe ich den leisen Verdacht, dass ich es eine lange Zeit nicht wieder sehen werde. Zur Not hole ich es mir wieder, denn ich war nicht das letzte Mal in Frankreich. Unseren Urlaub haben wir mitten im Inland in Saint- Fargeau begonnen. Ein niedliches kleines Dörfchen mit keiner größeren Stadt in der Nähe. Unglaublich schön. Es gab einen See, einen Pool, Sonne, kein Internet und die wunderbare Weite der französischen Landschaft mit all ihren kräftigen Farben. Und da war es schon um mich geschehen. Noch dazu all diese süßen historischen Stadtkernchen und ich habe mehr als genug Urlaub. Ich bin nicht so dafür gemacht, Tage lang an einem Strand oder Pool zu liegen und gerade deswegen waren das perfekte fünf Tage. Ich lag in der Sonne, ich war schwimmen, ich habe Städtchen angeschaut und ich konnte Landschaften betrachten. Und somit war ich der entspannteste Mensch der Welt, als wir am sechsten Tag nach Paris gefahren sind. Paris. Die erste Stadt, die Wien das Wasser reichen kann. Aber sowas von. Egal um welche Ecke man geht, überall lauert Kunst und Kultur. Wunderbar. Leider war der Plan, Paris erstmal kennen zu lernen, um dann zu entscheiden, ob es sich lohnt, nochmal wieder zu kommen. Ich hätte es besser wissen müssen. Es hätte mir klar sein sollen, dass es sich lohnt. So habe ich all die Kunst nur hinter den dicken Mauern der Gebäude erahnt, aber nicht gesehen. Was aber nicht nur schlimm ist, weil ich mein Herz ja eh noch dort abholen muss. In dem Zuge werde ich mir direkt die ganze Kunst anschauen. An diesem einen Tag habe ich immerhin direkt den ersten Bucketlistpunkt abgehakt.

Ein Baguette in Paris essen.

Natürlich kommt die wunderschöne Hauptstadt Frankreichs in meiner Bucketlist vor. So habe ich mir in einer kleinen Bäckerei in einer Nebenstraße in Paris ein frisches Baguette gekauft und gefuttert. Naja, halb gefuttert. Ist ganz schön groß so ein Baguette. Natürlich habe ich mir auch die meisten Sehenswürdigkeiten angeschaut, zumindest von außen. Wirklich toll, dieses Städtchen.

imag4471Am Tag darauf kam dann das absolute Highlight unserer Reise. Ich glaube, ich habe es noch nie erzählt, aber ich bin ein großer Fan von Disney und da ist es natürlich ein Muss, das Disneyland zu besuchen. Bei wunderschönstem Wetter sind wir einen ganzen Tag durch’s Disneyland gelaufen. Begrüßt wurde ich am Eingang mit: „Oh, you have a happy face.“ und beendet habe ich den Tag in der ersten Reihe der Disneyparade, aufgeregter als die etwa sechsjährige Pauline neben mir (wir haben uns dort spontan kennengelernt). Dieser ganze Tag war so herzerfüllend schön, dass ich immer noch davon zehre. Und somit habe ich den zweiten Bucketlistpunkt fertig gestellt.

Disneyland Paris besuchen.

Alles in allem waren es sehr entspannende, aufregende, glücklich machende, beeindruckende, spannende Tage und ich bin mir sicher, dass ich nochmal in Frankreich Urlaub machen werde.

imag4518Allerliebste Grüße

Steffie

Lebenszeichen

Ich hab schon fast ein schlechtes Gewissen, dass ich nichts mehr von mir hören lasse, aber die halbjährliche Klausurphase frisst alle meine verfügbaren Kräfte. Gleichzeitig versuche ich meine gesunde Lebensweise fortzuführen. Klappt ganz gut, leider bleibt alles andere auf der Strecke. Tatsächlich habe ich das ein oder andere, von dem ich euch noch erzählen wollte. Werde ich wohl auch noch. Bald. Außerdem plane ich gerade eifrig mehrere Meerbesuche. Von dem einen berichte ich euch schon bald, von dem anderen im September. Dieser wird besonders toll. Mehrere Bucketlistpunkte werden erfüllt werden. Ich verrate euch heute so viel: es wird meine erste echte Reise nach Frankreich und ich freue mich unendlich darauf. Wahrscheinlich werde ich etwas geschockt sein, wenn ich das erste Mal einen Ozean sehe und nicht mehr nur die Nordsee oder das Mittelmeer, aber das nehme ich in Kauf. In Gedanken daran, werde ich versuchen, die nahe Zukunft zu überstehen. In drei Wochen ist alles vorbei und ich werde wieder mehr erzählen.

Allerliebste Grüße

Steffie

Je ne comprends pas…

IMAG3295Der allerbeste Ehemann und ich brauchten Urlaub. Aber, wenn man die Heimat während der Vorweihnachtszeit für eine Woche verlässt, dann ist man raus. Man verliert den Anschluss und vor allem wichtige Zeit, die man komischerweise vor Weihnachten braucht. Ich weiß nicht, was in dieser Zeit anders ist. Ich verstehe nicht, wieso sich der Takt auf einmal ändert und man so einem bescheuerten Zeitdruck ausgeliefert ist. Nun ja, eine Woche war dann doch zu lang, aber ein Wochenende ist doch vertretbar. So haben wir uns knappe drei Tage in der Pfalz aufgehalten. Und eigentlich auch wieder nicht. Wir waren in einem kleinen Hotel in Pirmasens untergebracht, in dem es tolle alte Möbel gab. Ein alter Schrank, den der allerbeste Ehemann so kommentierte: „Hinter den Mänteln ist bestimmt Narnia.“ Und genau so, sah auch der Rest des Zimmers aus. Aber viel haben wir uns da eh nicht aufgehalten. Wir kamen Freitag gegen Mittag an und sind nach einem kurzen Einchecken direkt wieder ins Auto gestiegen. Auf nach Strasbourg. Ich war bereits vor ca einem dreiviertel Jahr dort gewesen und damals hat mich die Stadt so begeistert, dass ich sie unbedingt dem allerbesten Ehemann zeigen wollte. Also: nochmal hin. Scheinbar gibt es keine direkte Autobahnverbindung von Pirmasens nach Strasbourg, sodass unser Navi uns ca eine Stunde lang durch wunderschöne französische Dörfer leitete. Es war atemberaubend. Obwohl das Wetter morgens alles andere als schön war, klärte es langsam auf und ich konnte all die Wunderbarkeiten draußen vor meinem Fenster bestaunen. Ich bin froh, dass es keine Autobahn gibt.

Strasbourg an sich brauchte sich nicht eine Minute anzustrengen und es hatte mich wieder. Diese charmante Innenstadt, die eigentlich ziemlich groß ist, aber eben doch wieder nicht, weil sie in viele Einzelteile zerlegt ist, die durch niedliche kleine Gassen verbunden sind. Dann die beeindruckende Kathedrale, die auf einmal auftaucht, wenn man um eine Ecke geht, und sich quasi vor einen stellt. Welche ich übrigens dieses mal auch von innen gesehen habe. Die Buntglasfenster sind wirklich sehenswert. Besonders an dieser Stelle zu erwähnen, ist der Strasbourger Weihnachtsmarkt. In meiner Vorstellung war er riesig. In der Realität war er tatsächlich riesig, aber irgendwie auch nicht. Auch der Weihnachtsmarkt erstreckt sich nicht in einem Mal über die gesamte Innenstadt. Immer wieder gab es an der ein oder anderen Stelle ein Stück Weihnachtsmarkt. Aber eben die kleinen Gassen, die die Innenstadt miteinander verbinden, waren so geschmackvoll beleuchtet, dass sogar ich, Grinch, Gefallen daran gefunden habe. Ansonsten eignet sich Frankreich im Allgemeinen sehr zum Naschen, weswegen wir der Boulangerie et Pâtisserie Paul natürlich einen Besuch abgestattet haben, bei dem ich eine Tartelette citron und der allerbeste Ehemann eine Tartelette chocolat abbekommen haben. Allein diese Tartelettes wären ein Grund immer wieder dorthin zu fahren.

Am nächsten Tag haben wir uns dann auch Deutschland mal ein bisschen angeschaut. Bisher hatte ich Rheinland Pfalz noch nie besucht. Selbst Schuld würde ich sagen. Schon um zehn Uhr haben wir uns auf den Weg nach Landau gemacht. Auf dem Weg bot uns die Landschaft eine atemberaubende Kulisse. Dichter Nebel stand in den Wäldern und die Sonne versuchte krampfhaft, sich durch ihn durch zu schieben. Alle Versuche, dieses Schauspiel mit der Kamera angemessen einzufangen, sind gescheitert. Also wenn, dann müsst ihr selbst hinfahren und hoffen, dass sich dieses Schauspiel euch auch bietet. Landau an sich ist eine niedliche kleine Stadt, mit einem hübschen Stadtkern und einem süßen Weihnachtsmarkt. Länger als drei Stunden waren wir aber nicht da. Nachmittags waren wir dann noch in Hauenstein, der Schuhstadt. Ein Schuhladen neben dem anderen, das sogar mein Herz ein bisschen höher geschlagen hat. Und das, obwohl ich gar nicht so sehr auf Schuhe stehe. Den Tag haben wir dann aber etwas früher ausklingen lassen, als den zuvor, weil ich einfach mal eine Pause brauchte und, weil wir am nächsten Tag noch Großes vor hatten.IMAG3280Auf unserer Reise nach Strasbourg kamen wir in einem kleinen französischen Dorf vorbei, in dem eine riesige Anlage aus Stein stand. Bestimmt 80 Meter hoch ragte sie auf einem Berg zwischen den Häusern heraus. Ich steh ja auf sowas. Ich will wissen, was das ist. Ich will drauf und runterschauen. Ich will wissen, wofür es früher genutzt wurde. Also planten wir einen Ausflug dorthin. Eine knappe halbe Stunde von Pirmasens entfernt, bot es sich an, das Gebäude (zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, es sei eine Burg) vor der Rückfahrt am Sonntagmorgen zu besuchen. Eine kurze Recherche im Internet ergab dann, dass sich um die Citadelle de Bitche handelt. Also keine Burg, sondern die letzte Möglichkeit der Bewohner eines Dorfes, sich im Falle eines Angriffs zu schützen. Die Citadelle de Bitche ist auf einem Berg errichtet und ihre Wände sind gute 40 Meter hoch. Dadurch kommt die Gesamthöhe von 80 Metern zusammen. Im Berg befinden sich Räumlichkeiten, die bombensicher angelegt wurden. Im 12. Jahrhundert wurde die Citadelle de Bitche das erste mal erwähnt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass sie gute 900 Jahre alt ist.Irgendwie macht es diesen ganzen Bau noch gewaltiger. Die Citadelle de Bitche ist mehr als 350 Meter lang und zwischen 30 und 60 Meter breit. Die Wände sind mehr als einen Meter dick. Der Bau muss unvorstellbar anstrengend gewesen sein. Beeindruckend war dann auch die Aussicht. Am Horizont die Nordvogesen und direkt unter einem das Dörfchen Bitche. Ein paar Minuten bin ich ganz allein über die Citadelle de Bitche gelaufen. Es war ganz ruhig und nur der Wind hat einen durchgepustet. Es war, als würde die Zeit still stehen.

Wir hatten Glück und gerade an diesem Wochenende fand in der Citadelle de Bitche ein Nikolausevent statt. Es gab einen kleinen mittelalterlichen Weihnachtsmarkt und eine Führung durch die Räumlichkeiten der Citadelle de Bitche. Scheinbar das gesamte Dorf hatte sich in der Citadelle de Bitch versammelt, um an dem Schauspiel im Inneren der Citadelle de Bitche teilzunehmen. In jedem Raum erwarteten uns andere Geschichten, die von Leuten dargestellt wurden. Man führte uns durch Räume, die mit immer anderem Datum der Vorweihnachtszeit versehen wurden, immer näher an Weihnachten heran. So kamen wir durch eine Schneelandschaft in die Backstuben (, in denen altertümlich Plätzchen gebacken wurden), durch den Weinkeller zum Metzgermeister (, wo uns die Geschichte des Nikolauses erzählt wurde), durch einen Weihnachtswald zu einem kleinen Kino (, in dem ein Film vom Weihnachtsmann abgespielt wurde), zu einer alten Dame (, die uns eine Weihnachtsgeschichte vorlas), in ein Kinderzimmer (, in dem ein Mädchen einen Brief an den Weihnachtsmann verfasste) und schlussendlich in die Spielzeugmacherei des Weihnachtsmann, aus der man uns lautstark entließ. Bei all dem wurde man wirklich großartig unterhalten und es gab für mich nur ein Problem: Je ne comprends pas… Ich muss dringend mein Französisch aufbessern, wenn ich öfter nach Frankreich möchte. Und das möchte ich unbedingt.IMAG3292