Kutterfest

IMAG4151Seit ein paar Jahren fahren der allerbeste Ehemann und etwa zur gleichen Zeit an die Nordsee. Um genau zu sein: nach Neuharlingersiel. Jedes Jahr findet dort das Kutterfest statt. Ganz davon abgesehen, dass ich eh immer an’s Meer möchte, bietet das Kutterfest den besonderen Reiz, dass man auf einem Fischkutter auf’s Meer hinaus fahren kann. Das ist natürlich irgendwie Meer 2.0. Auf dem Meer rumzutuckern und weggepustet zu werden, hat schon irgendwie was. Dieses Jahr hatten wir auch wirklich Glück mit dem Wetter. Die Sonne strahlte vom Himmel und es waren angenehme gefühlte 30°C. Meine Haut hat endlich etwas Farbe bekommen. Dank der ganzen Lernerei und dem bisher nur spärlich mit Sonne ausgestatteten Sommer, sah ich nämlich bis vorgestern noch aus wie ein Kalkeimer. Das hat sich dann gestern glücklicherweise geändert. Dieses Jahr feiert das Kutterfest seinen 50. Geburtstag. Viel größer und irgendwie auch viel voller kam es daher. Leider fand die Kutterregatta, die sonst immer samstags stattfindet, dieses Jahr sonntags statt. Trotzdem sind die Kutter gestern rausgefahren, das heißt, ich konnte auf’s Meer. Ein bisschen lustiger ist es eigentlich, wenn sie Regatta fahren, weil sie dann versuchen, sich gegenseitig in der gestoppten Zeit zu übertrumpfen, und dabei gerne schon mal die ein oder andere Welle auf den Kutter schwappt. Trotzdem hatte es gestern seinen Reiz. Scheinbar haben alle Kutter versucht, ihre Fähigkeiten in die Kurve zu fahren, schon mal für das echte Rennen zu trainieren. Also sind wir im Kreis fahrend über die Nordsee getingelt. Und es war schön wie immer. Hiermit empfehle ich euch also sehr dringend das Kutterfest in Neuharlingersiel. Wir machen daraus meist einen Tagesausflug, man kann aber auch ganz gut dort übernachten, wenn man rechtzeitig ein Zimmer bucht. Ist nämlich immer schnell ausgebucht zur Zeit des Kutterfestes in Neuharlingersiel. Aber als Tagesausflug funktioniert es auch immer super.

IMAG4148Allerliebste Grüße

Steffie

Lebenszeichen

Ich hab schon fast ein schlechtes Gewissen, dass ich nichts mehr von mir hören lasse, aber die halbjährliche Klausurphase frisst alle meine verfügbaren Kräfte. Gleichzeitig versuche ich meine gesunde Lebensweise fortzuführen. Klappt ganz gut, leider bleibt alles andere auf der Strecke. Tatsächlich habe ich das ein oder andere, von dem ich euch noch erzählen wollte. Werde ich wohl auch noch. Bald. Außerdem plane ich gerade eifrig mehrere Meerbesuche. Von dem einen berichte ich euch schon bald, von dem anderen im September. Dieser wird besonders toll. Mehrere Bucketlistpunkte werden erfüllt werden. Ich verrate euch heute so viel: es wird meine erste echte Reise nach Frankreich und ich freue mich unendlich darauf. Wahrscheinlich werde ich etwas geschockt sein, wenn ich das erste Mal einen Ozean sehe und nicht mehr nur die Nordsee oder das Mittelmeer, aber das nehme ich in Kauf. In Gedanken daran, werde ich versuchen, die nahe Zukunft zu überstehen. In drei Wochen ist alles vorbei und ich werde wieder mehr erzählen.

Allerliebste Grüße

Steffie

Bilanz

Ein paar Tage sind um und ich habe Bilanz gezogen. Der Jahrestag ist vorbei gegangen und trotz aller Bemühungen, hat er mir scheinbar zugesetzt. Zwei Wochen lang dachte ich, ich hätte mir einen Wirbel eingeklemmt und konnte deswegen nicht richtig atmen. Zufälligerweise war das am Tag nach dem Jahrestag komplett weg. Egal wie schön ich mir gesagt habe, dass alles gut wird und, dass alles vorbei geht, mein Körper hat mir scheinbar mitgeteilt, dass er das nicht glaubt. Jetzt kann ich wieder atmen. Ich habe am Tag danach durchgeatmet und das vierte Jahr gestartet. Ein bisschen fühlt es sich an wie Silvester. Und nun ist Neujahr schon wieder vorbei und das Jahr läuft. Und es läuft ganz gut. Seit ein paar Tagen fallen mir die Veränderungen an mir bewusst auf. Ich glaube, erst im letzten Jahr (MS- Zeit) habe ich mich wirklich verändert. Ich kann bewusste Entscheidungen treffen, was ich an mich ran lasse und was nicht. Ich sortiere automatisch, mit welchen Dingen ich mich auseinandersetzen kann und will und mit welchen nicht. Ich kann Stress gut sortieren und von mir fern halten. Ich weiß wieviele Vorlesungen und somit Klausuren ich schaffen kann. Ich teile meine Zeit ein und gehe nicht mehr an Grenzen. Und doch, obwohl ich ein wirklich ausgewogenes Leben führe, fehle ich mir manchmal selber. Ich vermisse mich. Aber vermutlich ist das mein gutes Recht. Tatsächlich bin ich die meiste Zeit froh, dass ich ein komischer Mensch bin. (Komisch darf jeder für sich selbst definieren.) Das macht es mir sehr einfach durch den Tag zu kommen. Ich erfreue mich an den Kleinigkeiten. Vor zwei Tagen hat es nach Sommerregen gerochen, da bin ich ein bisschen langsamer gelaufen, damit ich länger etwas davon habe. Wenn ich an blühenden Rapsfeldern vorbei fahre, mache ich das Fenster runter, damit ich den Duft einatmen kann. Tatsächlich so kleine Kleinigkeiten machen mich ein bisschen glücklicher. Schlussendlich, sollte ich öfter daran denken, als daran, dass ich mir fehle. Ein neues Jahr hat angefangen und ich habe wieder viele neue Chancen. Ich halte nicht viel von guten Vorsätzen, aber einen habe ich: schubfrei bleiben. Vor allem habe ich jetzt die Möglichkeit, 359 Tage lang zu überlegen, wie ich den vierten Jahrestag verbringen kann. Vielleicht fahre ich zwei Wochen vorher ans Meer, da kann man auf jeden Fall besser atmen.

Allerliebste Grüße

Steffie

Keine Angst vor Muscheln!

IMAG3244Passend zur Meerliebe, liebe ich auch Fisch. Natürlich kann man Fisch am besten am Meer essen, aaaber: wenn man hier richtig lecker Fisch essen will, sollte man ihn selbst zubereiten. Ich scheue auch vor wenig zurück. Manche mögen ja Fisch nicht gern. Für sie wird es besonders schlimm, wenn es dann um Garnelen, Krabben, Tintenfisch und eben Muscheln geht. Ich bin da anders. Und endlich, endlich habe ich eine Sache auch schon richtig gemacht, bevor ich krank war. Nämlich Fisch essen. Fisch soll für MS Kranke voll gut sein. Heißt, ich habe weiter gemacht wie bisher. Aber da ich mich schon lange nicht mehr einfach nur mit einem gebratenen Stück Fisch zufrieden gegeben habe, musste ich was Neues ausprobieren. Muscheln. Also habe ich mir frische Miesmuscheln gekauft, fix im Internet geschaut, was man so machen kann und dann losgelegt. Ich hatte schon lange überlegt, dass ich Muscheln mal selbst zubereiten will, hab mich aber nie getraut. Heute weiß ich, was ich versäumt habe. Also an all die, die sich auch nicht trauen, traut euch. Ich könnte sie mir ständig kochen.

  • ein Kilo Miesmuscheln
  • fünf Tomaten
  • zwei Zwiebeln
  • 150 ml Weißwein
  • eine Zitrone
  • Salz, Pfeffer, Basilikum, ein Lorbeerblatt
  • Olivenöl

Und los geht’s. Die Miesmuscheln müssen gewaschen werden. Die Miesmuscheln, die geöffnet sind, müssen auf die Arbeitsplatte geklopft werden, gehen sie zu, dürfen sie bleiben, wenn nicht, müssen sie weg. Die Tomaten müssen in mundgerechte Stücke geschnitten werden, die Zwiebeln geschält und gewürfelt. Die Zitrone wird ausgepresst. Dann beginnt auch schon das Kochen. ihr gebt etwas Olivenöl in einen halbhohen aber großen erhitzten Topf, kurz warten und dann darin die Zwiebeln glasig anschwitzen. Die Tomaten dazu geben, kurz braten und dann mit dem Weißwein ablöschen. Ordentlich mit Salz, Pfeffer und Basilikum würzen. Das Lorbeerblatt hinzugeben, aber immer gut im Auge behalten. Dann lässt man das ganze kurz köcheln. Dann werden die Miesmuscheln hinzu gegeben und werden zehn Minuten in der Sauce gekocht. Am Ende den Saft der Zitrone in die Sauce geben und fertig. Nach Geschmack kann man auch Knoblauch am Anfang mit ins Olivenöl werfen. Dazu kann man sehr gut Pasta oder Brot essen. Und wie ihr seht, Miesmuscheln zubereiten dauert etwa eine halbe Stunde und noch dazu hat man ein tolles Essen.

Allerliebste Grüße

Steffie

Wo das Meer zum Himmel wird…

IMAG3510Ich erzähle es immer wieder. Ich brauche das Meer. Nach meiner eher weniger guten Phase, oder sagen wir, noch in der weniger guten Phase, habe ich Urlaub gebucht. Und da es für mich am Meer kein schlechtes Wetter gibt, habe ich mich für die Nordsee entschieden. Weil ich die niedersächsische Küste weitestgehend abgegrast habe, habe ich mich in Schleswig Holstein umgeschaut. Und siehe da, ein kleines Örtchen namens Büsum kam ganz nett daher. Und es hält, was es versprochen hat. Ein süßes, kleines Städtchen mit einer netten Küste, einem schönen Schwimmbad und einer Seehundauffangstation in der Nähe. Was will man mehr? Gar nichts. Als wir fast angekommen waren in Büsum, ist mir dann auch aufgefallen, dass ich bei meiner Auflistung bisheriger Besuche in deutschen Bundesländern, Schleswig Holstein vergessen hatte. Vor vielen Jahren waren der allerbeste (damals Noch-nicht-) Ehemann und ich in Sankt Peter Ording. Und der jetzige Besuch zählt dann zur neuen Ansammlung der Besuche von deutschen Bundesländern. Des Weiteren werde ich ein neues Glas mit Sand füllen. Somit sind es nun fünf an der Zahl und die Hälfte ist geschafft.

Heute ist etwas Wunderbares geschehen. Ich mag an der Nordsee auch das Watt. Ich laufe gerne hindurch und schaue, was das Meer so herangespült hat. In Niedersachsen versinkt man nach geraumer Zeit ziemlich tief im Watt. Das geht eigentlich nur barfuß. Aber hier in Schleswig Holstein ist das Watt fester und man kann gefühlt unendlich weit hineinlaufen. Das haben der allerbeste Ehemann und ich getan. Mit Gummistiefeln sind wir der Flut entgegengelaufen, bis wir am Wasser waren. Und auf einmal gab es eine Situation, in der man sich unfassbar leicht und losgelöst gefühlt hat. Die Farbe des Himmels war die Farbe des Meeres und umgekehrt. Es war fast windstill und das Meer blubberte vor sich hin. Die Flut. Außer diesem leisen Blubbern gab es kein einziges Geräusch. Regungslos stand ich im Wasser und habe diese klitzekleinen Wellen über meine Füße schwappen lassen. Ich sage euch, man fühlt sich so klein. Alle Sorgen sind so weit weg. So habe ich ein paar Minuten zwischen Meer und Himmel gehangen und habe die Leichtigkeit mein Herz wieder glücklich machen lassen.IMAG3526Allerliebste Grüße

Steffie

Kraftinsel

Disneyfilme können gemein sein. Disneyfilme können sehr gemein sein. Am letzten Donnerstag habe ich einen sehr guten Freund besucht. Und wir haben den Disneyfilm „Alles steht Kopf“ geschaut. Eins haben fast alle Disneyfilme gemeinsam. Sie gehen an deine Gefühle. Und sie gehen so ein deine Gefühle, dass du es nicht mitbekommst. So fand ich mich weinend, ja richtig, weinend (also nicht so ein Tränchen, weil Simbas Vater gestorben ist, sondern viele, viele Tränen) auf der Couch meines sehr guten Freundes wieder. Es kam überraschend. Aber als ich darüber nachgedacht habe, wieso ich überhaupt und wieso gerade an diesen Stellen so schrecklich weinen musste, ist mir bewusst geworden, dass ich einfach sehr angreifbar war. Ich habe begriffen, dass mich viel mit der Hauptdarstellerin verbindet. Dein Leben gerät aus den Fugen. Grund erstmal egal. Denn man reagiert meist mit dem gleichen Mechanismus. Man denkt erstmal, dass man trotzdem fröhlich sein muss. Niemand sollte bemerken, dass man traurig ist. Oder verunsichert. Oder angreifbar. Doch manchmal muss es eben genau das sein. Manchmal darf man weinen. Und traurig sein. Und all die negativen Gefühle zulassen. Und man darf auch auf der Couch des sehr guten Freundes sitzen und schrecklich weinen. Wichtig ist doch, dass man weiß, dass es danach wieder besser wird. Dass man daran arbeiten kann und, dass es wieder gute Zeiten geben wird. Wichtig ist, dass man es aussprechen darf, dass man traurig ist. Und in meinem Fall darf ich sogar aussprechen, dass ich gar nicht genau festmachen kann, was mich eigentlich so unendlich traurig macht. In so einem Fall braucht man „nur“ Menschen, die dir sagen, dass es okay ist. Dass es wieder besser wird. Dass sie da sind. Und die mit dir Urlaub am Meer buchen.

Heute habe ich meiner allerliebsten besten Freundin von dem Film erzählt. Sie hatte ihn schon gesehen. Ihr fielen die Inseln ein. Die Inseln, die einen Menschen ausmachen. Sie hatte sich gefragt, welche Inseln sie wohl hat. Daraufhin habe ich mir die Frage gestellt, welche Inseln mich wohl ausmachen. Und ganz abgesehen von der Herzmenscheninsel ist mir spontan meine Kraftinsel eingefallen. Ich kann Kraft aus mir selbst holen. Ich werde mit jedem einzelnen Rückschlag so viel besser. Ich habe das Gefühl, ich wachse an mir selbst. Jedes Tief ist nicht mehr so tief wie das Tief davor, weil ich nach jedem Tief stärker werde. Ich muss es sagen: Ich bin stolz auf mich! Ich bin wieder da!

Allerliebste Grüße

Steffie

Nichts

Ich grübel die ganze Zeit, was ich für euch schreiben soll. Und mir ist nach nichts. Nichts erscheint mir wichtig genug, dass ich es mitteilen sollte. Ich weiß nicht, was das soll. Mein Kopf will nichts ausspucken. Ich bin müde. Und das den ganzen Tag. Die Fatigue ist zurück und möchte mich freundlich daran erinnern, dass ich nicht gesund bin und mich gefälligst auch nicht so zu verhalten habe. Mein Gesicht kribbelt abends wie wild. Meine Füße sind steinhart und schmerzen. Meine rechte Hand verweigert Bewegung. Mein Gehirn ist träge und viele Menschen strengen mich an. Die nächsten Wochen machen mir Angst. Die noch anliegenden Prüfungen schrecken mich ab. Die Sorge, dass ich dann nicht fit sein kann, nagt an mir, macht mich fast regungslos. Das auszusprechen fällt mir schwer. Ich habe wirklich gute Wochen hinter mir, aber jetzt grad fühle ich mich hilflos. Gerade weil die letzten Wochen so gut waren, trifft es mich um so härter. Ich seh es mir an. Ich sehe müde aus. Mein Gesicht. Meine Augen. Und irgendwie habe ich gerade keine Lust stark zu sein. Ich glaube, ich muss ans Meer. Habe ich eigentlich schon erzählt, dass ich MS habe?

Es braucht einen neuen Plan. Morgen werde ich erstmal zur Physio gehen und meine schmerzenden Glieder wieder in Bewegung bringen. Dabei werde ich laut gute Musik hören. Müde sein ist keine Ausrede mehr. Im Idealfall werde ich durch die Physio sogar weniger müde sein. Dann werde ich meine Bucketlist rausholen und mir einen Punkt aussuchen, den ich mir erfüllen werde. Vorher werde ich die gesamte Bucketlist durchblättern und mich freuen, was ich schon gemacht habe, und freuen, was ich noch machen werde. Wenn die Physio gut wirkt, werde ich sogar ein paar Seiten in der Bucketlist basteln. Dabei werde ich meinen allerliebsten Lieblingsfilm schauen. Wenn mein Kopf dann hoffentlich wieder entspannter ist, werde ich meine Prüfungstermine so legen, dass ich ein bisschen frei habe. Oder Prüfungen absagen, je nach dem, was mir gerade so zusagt. Es gibt Grenzen. Jetzt grad ist eine. Ich muss auf mich aufpassen. Ich habe keine Lust auf Krankenhaus.

Allerliebste Grüße

Steffie

Und noch einmal: Meer!

IMAG2850Wer hätte das gedacht, dass ich so schnell nochmal Sand sammeln kann?! Also ich nicht. Aber ein Spontan-Trip (erneut) an die niederländische Nordseeküste mit den beiden Besten macht es möglich. Vorletzen Donnerstag geht mein Handy und meine allerliebste ehemalige Zwillingsschwester ist am anderen Ende: „Nächstes Wochenende Meer?“ Und was soll ich sagen?! Da sagt man nicht nein. Also ging es am Freitag los. Mit der allerliebsten besten Freundin und der allerliebsten ehemaligen Zwillingsschwester. Und trotz des gar nicht so weit zurückliegenden letzten Meerbesuchs, habe ich mich wie doof gefreut. Kann man ja nicht zu oft besuchen, das Meer. Und ich muss sagen, dass das diesmal gewählte Reiseziel jeden anderen Meerbesuch um Längen geschlagen hat. Wir waren in Noordwijk. Wer nicht weiß, wo das ist: gaaaanz im Westen von den Niederlanden. Ziemlich auf einer Linie mit dem Ruhrgebiet. Man muss also mit dem Finger auf der Karte einfach nur links gehen, so lange bis Wasser kommt. Und was für Wasser. Im Gegensatz zu den (mir bekannten) deutschen Nordseeküsten, sind die niederländischen Nordseeküsten so wundervoll naturbelassen. Also fast. Da ist nicht überall Beton und so. Und auch keine Steine. Da ist einfach Sand. Viel Sand. Feiner Sand. Na und Muscheln. Und davon an der jetzt besuchten Küste ganz schön viele Bunte. Aber eins nach dem anderen. Wir kamen Freitag an und je näher wir dem Meer kamen, desto blauer wurde der Himmel. Und als wir ausstiegen, waren gefühlte 25 Grad und ein leichtes Lüftchen zu spüren.

Kurzer Einschub: ihr glaubt gar nicht wie wichtig das leichte Lüftchen für mich ist. Ich war früher immer ein Mensch, der Hitze sehr gut aushalten konnte. Gesegnet mit einer Haut, die die Sonne liebt. Dementsprechend habe ich früher stundenlang in der Sonne gelegen. Heute geht das nicht mehr. Oder sagen wir, seitdem ich krank bin, geht das nicht mehr. Hitze ich für mich wie ein Killer. 25 Grad ohne Lüftchen halte ich vielleicht zwei Stündchen aus. Dann baue ich ab. Das ganze ist ein echtes (also bekanntes) MS-Symptom und hat auch irgendeinen komischen Namen. Aber auch ich merke mir nicht immer alles. Nun, aber warum erzähle ich euch das? Eigentlich wollte ich nur sagen, dass mir das Meer in 90% der Fälle die Möglichkeit bietet, in der Sonne zu liegen. Und das länger als zwei Stunden. Die Luft pustet mich gleichzeitig wieder auf Normaltemperatur. Und somit gilt der ganze Beitrag nicht nur als Reisetipp für Gesunde, sondern vor allem für MS-Kranke, die die gleichen Beschwerden haben wie ich. Was eigentlich nicht nur für Noordwijk gilt, sondern für die gesamte Nordseeküste. Denn meistens ist hier das schöne Wetter mit Wind kombiniert.IMAG2848

Okay, gefühlte 25 Grad und ein leichtes Lüftchen. Was im Umkehrschluss bedeutete, dass wir fast unsere gesamte Zeit am Strand verbrachten. Na gut. Wir haben auch was gegessen. Geht da auch ganz gut in Noordwijk. Auf so einer niedlichen Promenade mit lauter Restaurants. War für jeden Geschmack was dabei. Und wir waren auch noch ein bisschen shoppen. Geht nämlich auch ganz gut in Noorwijk. Es gibt eine kleine Innenstadt mit einer bunten Auswahl an Geschäften. Und die allerliebste ehemalige Zwillingsschwester war noch surfen. Geht auch ganz gut in Noordwijk. Wenn denn  Wellen da sind. (Das gilt aber wohl für jede Küste.) Alles in allem ist in Noordwijk also neben einem wunderbaren Strand alles vorhanden, was man so braucht, um den Alltag mal zu vergessen.

Manchen (auch mir) reicht ja nur der Strand. Ich brauche ein Handtuch, ein Buch, einen Bikini und eine Flasche Wasser. Und dann könnte ich stundenlang rumliegen, lesen, schlafen, dem Meer zuhören. Ab und zu gehe ich ins Wasser, aber dann liege ich auch gerne wieder rum. Und wenn der Strand so einladend ist wie in Noordwijk, ist es umso schöner. Ich mag, wenn die Ebbe das Meer nicht völlig für sich beansprucht. Wenn durch sie nur der Strand etwas tiefer wird, ist es okay. Und ich mag, wenn die Flut allerhand schöne Dinge ans Ufer bringt. Wenn man sieht, welch lange Reise diese ganzen Sachen hinter sich haben. Einfach wunderschön.

So, schlussendlich bleibt zu sagen, dass das nicht meine letzte Reise ins schöne Noordwijk gewesen sein wird. Und zum Ende bekommt ihr (untypischerweise) noch ein drittes Bild. Ich wünsche euch, dass ihr auch ein paar Tage am Meer verbringen könnt oder konntet.IMAG2877

Allerliebste Grüße

Steffie

Meer

Ich bin durch und durch ein Meermensch. Ich denke, das habe ich vom Papa geerbt, der auch ein Meermensch ist. Aber was soll ich sagen? Das Meer ist doch auch toll. Wenn ich im Auto sitze und dem Meer näher komme, habe ich schon ganz früh das Fenster runter und rieche es. Und der Wind wird auf einmal ganz anders. Und in meinem Bauch wird es ganz kribbelig, denn hinter jeder Kurve könnte es sein und sich vor einem ausbreiten. Wenn ich richtig schlecht drauf bin, fahre ich hin. Es macht meine Laune wieder gut. Und oben am Meer, kann man die Aussage mit dem Kopf Durchpusten ziemlich wörtlich nehmen. Geht mal mit schlechter Laune über einen Deich. Lasst euch den Wind um die Nase tanzen, die Haare durchwirbeln und ich verspreche euch, danach sind Sorgen ganz klein. Und die ganze Welt ist irgendwie so ruhig.

Da verwundert es nicht, dass ich jede Chance wahrnehme, das Meer zu besuchen. Und natürlich gibt es in meiner Bucketlist den ein oder anderen Punkt, der mit dem Meer zu tun hat. Und um den folgenden, geht es in diesem Beitrag:

Sand von zehn unterschiedlichen Stränden sammeln

Den ein oder anderen Strand habe ich ja schon besucht in meinem Leben, aber da es die Bucketlist erst seit zwei Jahren gibt, musste ich quasi neu anfangen zu sammeln. Bisher zieren zwei Glasgefäße meinen Badezimmerschrank. Auf dem einen steht Texel und auf dem anderen Neuharlingersiel (stellvertretend für die Siel-Gemeinschaft an der Nordseeküste). Und nun habe ich die Möglichkeit bekommen, ein weiteres Glasgefäß hinzustellen. Als meine (Ja, und jetzt haben wir ein Problem, denn ich kann nicht schreiben „die allerbeste Schwester“, denn ich habe zwei. Und beide sind jünger, das heißt ich kann nicht mal schreiben „die allerbeste kleine“ und „die allerbeste große Schwester“. Und beide sind länger als ich, das heißt auch da geht „kleine“ und „große“ nicht. Sagen wir einfach „die allerbeste kleine große Schwester“ und „die allerbeste kleine kleine Schwester“. Denn die eine ist länger und älter als die andere.)… und nochmal neu: als meine allerbeste kleine große Schwester von ihrem Sommerurlaub erzählte (niederländische Nordseeküste, ein Häuschen in der Nähe vom Strand), stellte sie auch direkt die Frage, ob wir sie nicht besuchen kommen wollen. Und natürlich wollte ich. Zumal der Anblick vom allerbesten Patenkind, wenn es das erste mal in seinem Leben das Meer erblickt, sehr verlockend war. Und wie soll es auch anders sein? Es war wunderbar. Während im Ruhrgebiet Rekordtemperaturen gemessen wurden, lag ich am Strand, ließ die Hitze vom Wind wegtragen und hörte dem Meer zu. Und dem allerbesten Patenkind: „Tate Steffie, Meer Spaß.“ (Mit aktuell noch deutlich hamburgerischen st.) Und weil es so schön war, gibt es ein Foto, aber nicht mehr, denn wer mehr (hier kann ich mir den Wortwitz einfach nicht verkneifen: Meer) sehen möchte, sollte selber nach Scharendijke fahren.

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Allerliebste Grüße

Steffie