Ziegenpeter

IMAG3750Irgendwie habe ich versäumt, euch von einem Ausflug zu erzählen, den ich vor etwa drei Wochen mit einer Freundin unternommen habe. Wir hatten uns im Ziegenpeter in Duisburg verabredet. Mir war bekannt, dass es sich dabei um ein Restaurant handelt, was mich aber genau erwartet, war mir nicht bewusst. Hätte ich mal. Wir haben uns also zum Frühstück getroffen und ich habe mich morgens um viertel nach acht auf den Weg nach Duisburg gemacht. Ich persönlich finde Duisburg ja hässlich. Ich habe eine längere Zeit dort gelebt und ich muss sagen, es gibt schönere Städte. Aber je länger ich fuhr, desto netter wurde die Umgebung. Irgendwann wurde mir klar, dass der Ziegenpeter am Rhein liegen muss. Als mein Navi mit mitteilte, dass ich den Zielort erreicht hatte, fand ich mich auf einem Parkplatz wieder, von dem aus kein Restaurant  zu sehen war. Aber eine Beschilderung fand ich und startete einen kleinen Spaziergang durch den scheinbar noch nicht sehr alten Duisburger Rheinpark. Ich folgte den weißen Ziegenpetern, die auf Bänke, Wände und Schilder gemalt waren, und fand mich direkt am Rhein wieder. Das Wetter war wunderbar und da ich noch ein paar Minuten Zeit hatte, stand ich am Geländer und schaute dem Rhein zu. Dafür musste ich sogar über einen kleinen Strand laufen, der dort angelegt worden war. Generell ist der ganze Park ganz toll angelegt und man hat einen ganz wunderbaren Blick über den Rhein. Jetzt kommen wir zu dem Essen. Ich habe selten Essen in einem so guten Preis-Leistungsverhältnis gegessen. Es war wirklich, wirklich gut. Nun hatte ich an diesem Morgen nur einen Joghurt mit Müsli. Aber selbst dieses Gericht hat mich dazu gebracht, dass ich am nächsten Tag den allerbesten Ehemann dazu überredet habe, mit mir nochmal zum Ziegenpeter zu fahren, um dort zu Abend zu essen. Und ich sage euch, ich war da nicht zum letzten Mal. Wir waren an diesem einen Tag im April dort, als das Wetter schon so schön war. Und das Abendessen hat das Frühstück noch um Längen geschlagen. Ich hatte Pasta mit Ziegenkäsesoße und Weintrauben und Brot mit mariniertem Ziegenkäse. Ich habe schon sehr, sehr lange nichts so Gutes mehr gegessen. In meinem Ziegenkäse waren Blüten! Es sah wunderschön aus und hat noch besser geschmeckt.IMG_20160421_180659Ich empfehle euch dringend einen Besuch im Ziegenpeter. Nur warne ich euch vor, ihr solltet einen Tisch reservieren und, wenn schönes Wetter ist, wird die Sache mit dem Parken schwierig. Aber ich sage euch, nehmt es auf euch. Es lohnt sich!

Allerliebste Grüße

Steffie

 

Keine Angst vor Muscheln!

IMAG3244Passend zur Meerliebe, liebe ich auch Fisch. Natürlich kann man Fisch am besten am Meer essen, aaaber: wenn man hier richtig lecker Fisch essen will, sollte man ihn selbst zubereiten. Ich scheue auch vor wenig zurück. Manche mögen ja Fisch nicht gern. Für sie wird es besonders schlimm, wenn es dann um Garnelen, Krabben, Tintenfisch und eben Muscheln geht. Ich bin da anders. Und endlich, endlich habe ich eine Sache auch schon richtig gemacht, bevor ich krank war. Nämlich Fisch essen. Fisch soll für MS Kranke voll gut sein. Heißt, ich habe weiter gemacht wie bisher. Aber da ich mich schon lange nicht mehr einfach nur mit einem gebratenen Stück Fisch zufrieden gegeben habe, musste ich was Neues ausprobieren. Muscheln. Also habe ich mir frische Miesmuscheln gekauft, fix im Internet geschaut, was man so machen kann und dann losgelegt. Ich hatte schon lange überlegt, dass ich Muscheln mal selbst zubereiten will, hab mich aber nie getraut. Heute weiß ich, was ich versäumt habe. Also an all die, die sich auch nicht trauen, traut euch. Ich könnte sie mir ständig kochen.

  • ein Kilo Miesmuscheln
  • fünf Tomaten
  • zwei Zwiebeln
  • 150 ml Weißwein
  • eine Zitrone
  • Salz, Pfeffer, Basilikum, ein Lorbeerblatt
  • Olivenöl

Und los geht’s. Die Miesmuscheln müssen gewaschen werden. Die Miesmuscheln, die geöffnet sind, müssen auf die Arbeitsplatte geklopft werden, gehen sie zu, dürfen sie bleiben, wenn nicht, müssen sie weg. Die Tomaten müssen in mundgerechte Stücke geschnitten werden, die Zwiebeln geschält und gewürfelt. Die Zitrone wird ausgepresst. Dann beginnt auch schon das Kochen. ihr gebt etwas Olivenöl in einen halbhohen aber großen erhitzten Topf, kurz warten und dann darin die Zwiebeln glasig anschwitzen. Die Tomaten dazu geben, kurz braten und dann mit dem Weißwein ablöschen. Ordentlich mit Salz, Pfeffer und Basilikum würzen. Das Lorbeerblatt hinzugeben, aber immer gut im Auge behalten. Dann lässt man das ganze kurz köcheln. Dann werden die Miesmuscheln hinzu gegeben und werden zehn Minuten in der Sauce gekocht. Am Ende den Saft der Zitrone in die Sauce geben und fertig. Nach Geschmack kann man auch Knoblauch am Anfang mit ins Olivenöl werfen. Dazu kann man sehr gut Pasta oder Brot essen. Und wie ihr seht, Miesmuscheln zubereiten dauert etwa eine halbe Stunde und noch dazu hat man ein tolles Essen.

Allerliebste Grüße

Steffie

Salange oder Lasagne

Also, eigentlich sollte ich ja meine Hausarbeit weiterschreiben. Aber dank der lieben MS hat sich meine Konzentrationsspanne arg verkürzt. Nach zwei Stunden will der Kopf eine Pause. Das ist jetzt und ich dachte mir, ich schreib euch ein neues Rezept hier hin. Ist alles also halb so schlimm. Aber das wird wohl vorerst das letzte sein. Ganz schön viel zu Essen hier in letzter Zeit. Wobei, es kommt ja die Plätzchen- Zeit… Okay, wir schauen. Jetzt gibt’s erstmal mein Salange Rezept. Diesen Buchstabendrehernamen verdankt sie meiner allerbesten kleinen kleinen Schwester. Diese hat als Kleinkind (und als sie das noch war, war ich bereits ein Mittelkind) immer Buchstabendreherwörter benutzt. Tuchtasche, Feuerautowehr, Lampentasche und eben Salange. Und weil ich bereits Mittelkind war, fand ich das witzig und hab’s übernommen. Bis heute.

Okay, Rezept, ihr braucht:

  • einen Topf Gehacktessoße
  • Lasagneplatten (ich brauche meist so ca. 12)
  • Mozzarella in Raspeln
  • ein Becher Schmand oder Crème fraîche
  • Kräuter: Oregano

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Das war’s schon. Als erstes bereitet ihr die Gehacktessoße nach Anleitung zu. Dann erstmal den Ofen anmachen. Umluft bei 180°C. Dann nehmt ihr eine Auflaufform und bedeckt den Boden, nicht zu dick, mit Gehacktessoße. Darauf legt ihr Lasagneplatten. Ist eure Auflaufform rund, oder es passt eine bestimmte Menge Platten nicht hinein, könnt ihr sie brechen. Deswegen brauche ich immer ca. 12 Platten. Je nachdem wie gut ich sie kaputt breche, brauche ich mehr oder weniger. Achtet darauf, dass ihr die Platten nicht aufeinanderlegt. Auf die Platten kommt dann wieder Soße, dann wieder Platten und das so lange, bis ihr ca. einen cm vor Auflaufformenrand mit einer Schicht Platten aufhört. Darauf verteilt ihr Schmand oder wahlweise Crème fraîche einfach punktuell mit einem Löffel. Dann kommt der letzte Rest Soße drauf. Achtet beim Verteilen der Soße auf jeder Etage immer schön darauf, dass ihr die Ränder mit auffüllt. Schlussendlich verteilt ihr den Mozzarella oben drauf und bestreut das Ganze mit ein bisschen Oregano. Dann kommt die Auflaufform in den Ofen. Mindestens 20 Minuten, maximal 40 Minuten. Je nachdem wie braun ihr den Käse mögt, könnt ihr entscheiden, wann ihr sie aus dem Ofen nehmt. Bei mir sind es etwa 35 Minuten. Lasst sie dann zehn Minuten draußen stehen, bevor ihr sie auf Tellern verteilt, sie ist verdammt heiß! Die Menge reicht für vier bis sechs Portionen. Guten Hunger!

Allerliebste Grüße

Steffie

Rote Nudeln

IMAG2912Lange lass ich mich ja nie vom Cortison ärgern. Ich bin einfach nicht so für Süchte gemacht. Heißt mit anderen Worten, dass ich meinem Körper nicht gerne erlaube, von etwas abhängig zu sein. Aber was macht man nur, wenn man gerne ganz viel machen würde, eigentlich aber gar nicht so auf der Höhe ist? Richtig, kochen. Kochen geht immer. Und weil das Essen im Krankenhaus immer so wunderbar einfallsreich ist, will ich, wenn ich wieder nach Hause komme, alles gleichzeitig kochen. Meistens werden es dann aber rote Nudeln. Rote Nudeln sind bei uns Nudeln mit Gehacktessoße. Und es soll ja Menschen geben, die dafür diverse Tüten für Fertiggerichte benutzen. Ich nicht. Wie soll es auch anders sein? Ich liebe den Geruch von frischem Basilikum. Und von Olivenöl. Und von frischen Tomaten. Und ich liebe es, alle Zutaten auf meine Arbeitsplatte zu legen und bunt aussehen zu lassen. Und weil ich mich für meine Soße wirklich selbst loben kann, weil sie mittlerweile echt gut schmeckt, lasse ich euch an meinem Rezept teilhaben. Ihr braucht für etwa sechs Portionen:

  • 500 gr Gehacktes
  • 400 gr frische Tomaten
  • vier Knoblauchzehen
  • etwa zehn Blätter frisches Basilikum
  • etwas Olivenöl
  • 250 gr passierte Tomaten
  • zwei Zwiebeln
  • Kräuter: Basilikum, Oregano
  • Salz
  • Pfeffer
  • ein Glas Wasser

Bevor man anfangen kann, muss man ein paar Vorbereitungen treffen. Zuerst wascht ihr die Tomaten und das Basilikum. Beides müsst ihr klein schneiden. Aber nicht vermischen. Die Zwiebeln müssen in Würfel geschnitten werden. Den Knoblauch behandle ich dann wie gehabt: in Salz zermatschen. Und dann kann es eigentlich schon losgehen.

Als erstes braucht ihr einen Topf, der richtig schön heiß wird. Ich nehme dafür immer meinen guten alten Bräter und, wenn ich sage gut und alt, dann meine ich das auch so. Denn meine Töpfe stammen von der allerbesten Omi. Und ich liebe jeden einzelnen von ihnen. Nun gut, Bräter auf den Herd und die höchste Stufe angemacht. Dann muss man kurz warten. Merkt man, dass der Topf heiß wird, kippt man das Olivenöl rein. Dazu kommt das Knoblauch und die Zwiebeln. Und ab dieser Stelle ist für mich Kochen das reine Vergnügen. Diese ganzen Gerüche. Ein Traum. Man sollte an dieser Stelle aber eigentlich nicht so viel quatschen. Ab dem Moment, wenn das Olivenöl im Topf ist, muss man sich ein bisschen beeilen. Und immer gut rühren. Zu Knoblauch und Zwiebeln schmeißt man noch das Basilikum. Warten. Tomaten dazugeben. Kurz vermengen und dann das Gehackte untermischen. Alles scharf anbraten, ordentlich salzen und pfeffern und dann mit dem Glas Wasser ablöschen. Herd runterdrehen. Atmen. So, das ganze köchelt dann erstmal alleine vor sich hin. Man kann dann nach dem Stress kurz etwas trinken. Wenn man viel Zeit zum Kochen hat, sollte man das Ganze eine gute halbe Stunde köcheln lassen. Dann muss man nur hin und wieder Wasser hinzugeben. Das macht die Soße wesentlich aromatischer. In der Zeit kann man auch gut die Nudeln kochen. Hat man nicht so viel Zeit, kann man den Teil auch weglassen, büßt aber Geschmack ein. Und dann sollte man, bevor man mit der Soße beginnt, bereits das Nudelwasser aufsetzen. Ist die halbe Stunde um oder auch nicht, schüttet man die passierten Tomaten in den Topf. Das muss man dann gut umrühren und ordentlich mit Basilikum und Oregano würzen. Auch Salz kann an dieser Stelle vermutlich nicht schaden. Und dann war es das schon. Wenn die Nudeln fertig sind, kann alles serviert werden. Ich esse dazu sehr gerne noch Parmesan. Aber bitte vernünftigen. Und am zweiten Tag schmeckt die Soße meist sogar noch besser.

Allerliebste Grüße

Steffie

Ich liebe Pesto!

Es ist zu befürchten, dass es hier erstmal so einige Rezepte geben wird. Es ist Sommer. Zeit von Salaten, leckeren Getränken, Eis und anderen tollen Sachen. Und um meinen Nudelsalat hier zu präsentieren, muss ich erstmal Vorarbeit leisten. Dazu sollte ich sagen: ich liebe Pasta. Mit Sauce, oder ohne. Spaghetti, Fussilli, Makkaroni, völlig egal. Und sehr gerne mag ich Pasta mit Pesto und dazu sage ich auch immer Pasta mit Pesto, weil ich diese Vokalkombination sehr gerne höre. Und früher dachte ich immer, dass Pesto Machen eine geheime Wissenschaft ist. Falsch gedacht. Ist es nämlich nicht. Pesto braucht ein bisschen Fleiß und Geduld und Geschmack. Das war es schon. Und so sehr ich auch auf Basilikum (grünes Pesto) stehe, das rote Pesto mag ich am liebsten. Ihr braucht dafür:

  • 300 gr getrocknete Tomaten aus dem Glas
  • etwa 300 ml Olivenöl
  • zwei Zehen Knoblauch
  • so in etwa 50 Blätter Basilikum
  • 100 gr Parmesan (gerieben)
  • 100 gr Pinienkerne

Und schon geht’s los. Die Tomaten müssen aus dem Glas und grob zerschnitten werden. Das Öl müsst ihr aufbewahren. Der Knoblauch wird zermatscht. Das Basilikum muss ein bisschen klein geschnitten werden. Die Pinienkerne werden in der Pfanne ohne Öl kurz geröstet, bis sie ein klein wenig braun sind. Und damit sind die Vorarbeiten auch schon geschafft. Ab jetzt könnt ihr Maschinen für euch arbeiten lassen. Nur welche Maschine? Ich bin mir noch nicht sicher. Mein erstes Pesto habe ich mit unserem Milchshakemakerding gemacht. War nicht sehr erfolgreich. Ich schätze, Milchshakes sind eher selten aus Pestozutaten. Also habe ich mein zweites Pesto mit dem Pürierstab gemacht. War erfolgreicher. Nur darf man es nicht übertreiben. Sonst hat man Matsche. Matsche wollen wir nicht. Sollte jemand eine bessere Maschine für’s Pesto Machen finden, möge er mir bitte Bescheid sagen. Nun gut. In jedem Fall muss man alle Zutaten bis auf das Olivenöl in eine Schüssel werfen. Dann kippt man ein wenig von dem Öl aus den Gläsern von den getrockneten Tomaten dazu und püriert das ganze ein wenig. Dann kurz Pause. Den Rest von dem Öl aus dem Glas dazu geben und nochmal pürieren. Ungefähr so lange, bis alles ziemlich klein, aber noch als Einzelzutat erkennbar ist. Dann nimmt man das Olivenöl und einen Esslöffel. Man kippt etwa die Hälfte des Öles dazu und hebt es mit dem Löffel unter das Pesto. Es sollte nicht flüssig sein, aber schön cremig. Sollte die Konsistenz noch zu fest sein, hebt man weiter Olivenöl unter, so lange, bis sie stimmt. Dann füllt man das Pesto in Gläser und säubert deren Ränder sehr ordentlich. Um das Pesto quasi unendlich haltbar zu machen, füllt man etwa einen Zentimeter Olivenöl oben drauf. Jedes mal, wenn man es benutzen möchte, sollte man das Pesto durchrühren, die gewünschte Menge herausholen, den Rand des Glases wieder ordentlich säubern und erneut einen Zentimeter Olivenöl drauf kippen.

Das Pesto ist sehr vielfältig einsetzbar. Auf jeden Fall für Pasta. Aber auch um es weiter zu verarbeiten zum Beispiel in Saucen oder Nudelsalat (Rezept folgt). Außerdem kann man es gut mit Brot essen. Viel Spaß beim Kochen (Kann man es kochen nennen?) und guten Hunger.

Allerliebste Grüße

Steffie