Nähen für Kleini

IMG_20170109_220302_519Irgendwie hat sich zur Zeit mein Lebensschwerpunkt verändert und das ist auch gut so. Mein Semester ist vorbei, ich habe zwei Referate gehalten, zwei Hausarbeiten geschrieben, zwei mündliche Prüfungen gemacht und eine Klausur (die allerletzte im Bachelor!) geschrieben und deswegen hatte ich in den letzten Wochen nicht viel anderes zu tun, als zu lernen. Nebenher bin ich schwanger. Und sagen wir so, das ist so erfüllend, dass für mehr kaum Raum bleibt. Als Ausgleich zum Lernen habe ich immer mal wieder für Kleini genäht und gebastelt. Es gibt wirklich viele tolle Dinge, die man für so ein Baby machen kann. Wochenlang habe ich Ideen gesammelt und überlegt, was von all den Dingen ich selbst machen kann. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich quasi alles machen kann. Die letzten Monate waren eine sehr gute Übung und ich bin perfekt vorbereitet. Ich kann stricken, nähen und basteln. Und es tut mir immer noch so gut. Also habe ich zum einen angefangen (und mittlerweile auch beendet), eine Wolldecke für Kleini zu stricken. Für die Momente, in denen mein Kopf vom Lernen so matschig war, dass nicht mehr ging, als stupide Reihe um Reihe zu stricken. Das war glücklicherweise nicht so häufig der Fall, aber so eine Decke für ein Baby ist ja auch nicht so riesig. Manchmal habe ich mir aber auch ein oder zwei Tage frei genommen, um das ein oder andere größere Projekt in Angriff zu nehmen. Ab dem Moment, dass man mir und dem allerbesten Ehemann gesagt hatte, dass wir ein kleines, gesundes Mädchen bekommen werden, habe ich eine riesige Motivation entwickelt, für Kleini und für mich werdende Mama zu nähen. Zum Beispiel meine Mutterpasshülle. Außerdem habe ich eine Bettschlange, Halstücher und eine Windeltasche genäht. Das Internet bietet eine Vielzahl von Anleitungen an, die es auch jedem Anfänger ermöglichen, alles Mögliche nachzunähen. Das habe ich natürlich genutzt.IMG_20170110_183236_262 IMG_20170219_125421_177

Die Tatsache, dass wir ein kleines Mädchen bekommen, ist natürlich hervorragend. Ich überlege schon die ganze Zeit, ob ich ihre Kleidchen in meine 300 Angestrebten miteinrechnen kann. Ich suche für sie quasi Kleider aus, die ich selbst auch anziehen würde. Und noch viel besser ist, dass man in ihrer Größe mal eben schnell Kleidchen nähen kann. Ein Traum. Also besitzt meine ungeborene Tochter bereits sechs Kleider, von denen ich zwei für sie genäht habe. Ich an ihrer Stelle würde mich sehr freuen.IMG_20170306_205814_427Und somit habe ich euch mal wieder auf den neusten Stand gebracht. Meine Schwangerschaft geht so langsam in den Endspurt und ich habe noch so einiges vor. Vor allem habe ich vor, sie zu genießen. Mein wunderbares Kind erspart mir jegliche Wehwehchen (abgesehen von sporadischen Ischiasschmerzen, die aber immer schön vergehen) und meine MS lässt mich auch in Ruhe. Ich werde die letzten Wochen dafür nutzen, weiterhin entspannt und glücklich zu sein, um eine möglichst gute Grundlage dafür zu schaffen, schubfrei die Geburt zu überstehen. Angeblich ist das Risiko enorm hoch, nach einer Geburt schwere Schübe zu kriegen. Ob ich das bestätigen werde, sehen wir dann demnächst. Ich denke nicht, aber das will gut vorbereitet sein.

Allerliebste Grüße

Steffie

Weihnachtsgeschenke I

IMAG3225Ich gebe zu, auch, wenn ich Weihnachten nicht mag, ich verschenke gerne Dinge. Aber immerhin mache ich das über das gesamte Jahr. Sehe ich etwas, was ich mir gut für eine Person vorstellen kann, kaufe ich es und schenke es ihr. Ich mache anderen gern eine Freude. Seit dem ich nähen und stricken kann, produziere ich auch gerne kleine Geschenke. Und natürlich verschenke ich auch gern zu Weihnachten Selbstgemachtes. Heute habe ich vielleicht eine kleine Idee für den ein oder anderen, der auch eine Nähmaschine hat. Seit dem ich krank bin, friere ich. Vielleicht hängt das auch mit dem Alter zusammen, aber noch vor zwei, drei Jahren, habe ich meine Freundinnen belächelt, wenn sie von kalten Füßen, Wärmflaschen und Kirschkernkissen erzählt haben. Ich bin von Natur aus ein warmer Mensch und eigentlich hatte ich nie Probleme mit sowas. Jetzt ist mein Bett eine Sammelstelle für Wolldecken, Kirschkern- und Hirsekissen und zwei Wärmflaschen besitze ich auch. Keine Ahnung, ob das mit meinem armen Körper zu tun hat, der zu jeder Tages- und Nachtzeit auf Hochtouren arbeitet. Auf jeden Fall helfe ich ihm, so gut es geht. Und wenn es auch nur mit einer Wolldecke mehr ist.IMAG3222Und wie verbindet man dieses Problem mit dem Nützlichen? Richtig, man näht sich selbst Hirsekissen. Und das Schöne dabei ist, man entscheidet selbst in welchem Farbton und mit welchem Muster und hat dann das perfekte Kissen. Da ich ein Schussel bin, und sagen wir so, das ist noch untertrieben, habe ich mir überlegt, dass ich ein doppeltes Kissen brauche. Also habe ich schnell (ohne Nähanleitung, weil man einfach nur zwei Rechtecke in beliebiger Größe rechts auf rechts zusammennäht, dabei eine Seite offen lässt und das ganze dann wendet) ein Kissen genäht, dieses mit Hirse (ich habe auch Dinkel verwendet, man kann auch viele andere Kerne oder Körner wie Kirsch- oder Traubenkerne, Weizen oder Roggen benutzen) gefüllt und die letzte Seite zugenäht. Beim Füllen sollte man darauf achten, dass man das Kissen nicht zu voll macht. Ich habe es knapp bis zur Hälfte gefüllt. Die Körner habe ich übrigens bei dm gekauft, aber auch ALDI hat mittlerweile nachgezogen und verkauft Körner in bio- Qualität. Nachdem das Innenkissen fertig war, habe ich die gleichen Arbeitsschritte bis zum Füllen wiederholt. Dafür habe ich aber diesmal bunten, gemusterten Stoff benutzt. Ich habe in diese Hülle dann das fertige Hirsekissen gesteckt, die letzte offene Seite abgesteckt und dann das gesamte Kissen rundherum mit einer Ziernaht abgesteppt. Somit die dritte Naht, die mein Kissen davor schützt, seine Körner zu verlieren. Und mit dieser Naht war es dann auch schon fertig. Ich habe für ein Kissen ungefähr 20 Minuten Arbeitszeit benötigt. Ist also überschaubar. Man kann die Kissen wunderbar kurz in der Mikrowelle erwärmen und hat so innerhalb von ein paar Minuten eine tolle Wärmequelle.

So, mal schauen, wen meiner Lieben ich mit so einem Kissen beglücken werde und mal schauen, wieviele meiner Weihnachtsgeschenkideen ich hier noch preisgeben kann, ohne zu viel zu verraten.

Allerliebste Grüße

Steffie

P.s.: Der Schal der allerbesten kleinen keinen Schwester ist immernoch 59 cm lang. Ich strick mir grad etwas eigenes. Mehr darüber demnächst.

Die Steffie-Tasche

Zur Zeit laufen bei mir viele Handarbeitsprojekte parallel. Jede freie Minute verbringe ich an der Nähmaschine oder mit meinen Stricknadeln. Und jetzt weiß ich gar nicht, was ich zuerst erzählen soll. In meinem letzten Beitrag zum Thema Nähen, hab ich euch von einem aktuellen Projekt erzählt, das aber noch in Arbeit war. Dabei hat es sich um eine Handtasche für meine Mama gehandelt. Die Nähanleitung dafür habe ich im Internet auf einem Blog gefunden. Das Schöne ist, die Tasche hat eine gute Größe und man kann sie auch zum Einkaufen mitnehmen weil sie zusätzlich auch nich sehr stabil ist. Wie immer, habe ich mir eine Anleitung mit einer genauen Beschreibung und vielen Bildern gesucht. Und tatsächlich war es auch diesmal wieder sehr einfach, die Tasche Schritt für Schritt zu erstellen. Meine Mama hatte sich einen tollen Stoff mit Eulen ausgesucht und dieser lag bei mir schon längere Zeit rum. Also habe ich ihn endlich verarbeitet. Leider hatte ich nach Fertigstellung der Tasche das Problem, dass ich sie am liebsten selbst behalten hätte. Nur hätte ich die Tasche niemals in der Gegenwart meiner Mama tragen können. Sie hätte ihren Stoff wohl wiedererkannt. Also habe ich ihr die Tasche schweren Herzens überlassen. Naja, und eigentlich fand ich Farben ja auch gar nicht soooo toll. Ist halt eher weniger mein Stil. Und was macht macht man da? Genau, ich habe die Tasche nochmal genäht, und zwar in Steffie-Version. Jetzt habe ich auch eine Tasche und die habe ich dann auch direkt mit einer Innentasche ausgestattet. Für die Frau, die ihr Handy immer griffbereit haben will, perfekt!

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Allerliebste Grüße

Steffie

P.s.: Der Schal der allerbesten kleinen kleinen Schwester ist mittlerweile 59 cm. Es wird.

Fast wie Yoga

Ich spreche es nicht gerne aus, aber die MS macht meine Hände kaputt. Langsam, aber sicher. Ich schmeiße Sachen ungewollt herum, ich verliere an Feingefühl und wenn ich Sachen annehme, lasse ich sie auch gerne direkt wieder fallen, oder packe erst gar nicht zu. Das Ganze integriert sich eher weniger gut in einen Alltag. Vor allem in den Alltag einer Handwerkerin. Aber wie so oft: wir müssen mit dem arbeiten, was wir haben. Also gehe ich einmal die Woche brav zur Ergotherapie. Ist gar nicht so schlecht, wie ich anfangs dachte. Und es bessert die Beschwerden zwar nicht vollständig, aber immerhin habe ich das Gefühl, dass ich dem schleichenden Prozess wenigstens ein Beinchen stelle und ihn dadurch verlangsame. Nun habe ich festgestellt, dass ich eigentlich schon lange Ergothearpie daheim mache. Ich bastle, mache aus meinen Fingernägeln regelmäßig kleine Kunstwerke und ich male. Und endlich haben wir wieder Herbst. Der Auftakt der Hochsaison von Stricken, Sticken und Nähen. Mein aktuelles Strickprojekt ist eher langweilig. Es ist ein Beweis der Liebe zu meiner allerbesten kleinen kleinen Schwester, da ich mit ziemlich dünner Wolle einen zwei Meter langen Schal mit etwa 40 Maschen pro Reihe stricke. Zwei rechts, zwei links. Bedeutet im Umkehrschluss, dass ich, wenn ich DVD’s schaue, mühsam Reihe um Reihe stricke. Aber gut, Liebesbeweis halt.

Was für euch wesentlich interessanter sein könnte, sind meine Nähprojekte. Ich bin absolute Nähanfängerin. Aber da ich ja eine gewisse handwerkliche Begabung an den Tag lege, dachte ich mir, ich versuche es mal. Nun bin ich aber von Hause aus Maler- und Lackiererin und habe mit der Näherei eigentlich nie viel am Hut gehabt. Aber wenn man die richtige Anleitung hat, dann ist es gar nicht so schwierig. Und bevor ich euch von meinem aktuellen Projekt erzählen werde, erzähle ich euch von vergangenen Projekten. IMAG2012Vor geraumer Zeit habe ich mir eine IPad Tasche genäht. Ich habe einen wunderschönen, mega niedlichen Schmetterlingsstoff im Stoffladen meines Vertrauens gefunden. Und dazu ein wirklich tolles Buch, das einem alle Arbeitsschritte gut erklärt. Viele Fotos machen es auch für einen Unerfahrenen leicht, die Arbeiten auszuführen. Und so ist eine schöne Tasche entstanden, zu der sich dann auch noch ein kleines Täschchen für meinen IPod gesellt hat. Ich werde euch an dieser Stelle nicht beschreiben wie ich die Taschen genäht habe, denn das würde tatsächlich zu weit führen. Aber wenn ihr mal eine Arbeit sucht, die euch ein bisschen entspannt und bei der ihr in eurem Kopf keinen Platz mehr für andere Gedanken haben wollt, dann fangt an zu nähen. In meinem Fall bringt das Nähen also einen doppelten Vorteil, weil ich dadurch entspannen kann und noch meine Hände trainiere. Ist also fast schon wie Yoga. Und mit viel Geduld und ein bisschen Geschick kann man wirklich schöne Dinge produzieren, die man auch super verschenken kann.

Allerliebste Grüße

Steffie

Geduld

Früher war ich gegenüber Handarbeit sehr abgeneigt. Stricken, Sticken, Nähen und Häkeln waren mir ein Graus. Wenn ich schon daran gedacht habe… Die Geduld, die man dazu aufbringen muss… Diese Ruhe, die man dadurch bekommt… Schrecklich! Aber wie heißt es so schön? Wachse an deinen Aufgaben. Meine Aufgabe war es, mich runterfahren zu können. Ein bisschen Ruhe in mein Leben zu bringen. Geduldiger zu werden. Und glaubt mir, Geduld ist wirklich keine meiner Stärken. Man kann viele Eigenschaften mit mir in Verbindung bringen, aber Geduld niemals.
Vor langer Zeit saß ich bei meiner allerbesten Omi am Tisch. Im Vorhinein muss ich sagen, meine allerbeste Omi ist ein sehr geduldiger Mensch. Wenn ich so überlege, der geduldigste Mensch, den ich kenne. Ich habe sie einmal unentspannt erlebt und das war, als ich als Kind eine volle Teetasse gegen ihre Küchenwand geleert habe. Aus Versehen natürlich. Vermutlich kann man hier einen Zusammenhang zu der Ruhe ziehen, die ich schon immer in mir getragen habe. Auf jeden Fall fand sie das nicht so witzig.
Nun gut, das ist eine andere Geschichte. Ich saß also am Esszimmertisch. Das Gespräch kam auf das Stricken. Und meine allerbeste Omi sagte zu mir, dass das wirklich nicht schwierig sei. Stricken kam gerade in Mode. Natürlich wollte ich das auch können. Also nicht, dass ich jetzt jedem Trend hinterher renne. Ganz im Gegenteil. Genau das mache ich eigentlich nicht. Aber Stricken können wäre schon cool. Denn welcher Schal sieht schon genau so aus wie der, den man haben möchte? Eben.
Ich saß also am Esszimmertisch. Und wollte stricken können. Da holt die allerbeste Omi zwei Stricknadeln und ein bisschen Wolle, setzt sich hin und zaubert ein paar Maschen auf die eine Nadel und sagt: „So Stefanie (Ja, sie redet mich tatsächlich mit Stefanie an und somit ist meine regelmäßig getätigte Aussage: „Stefanie sagt nur meine Mama.“ hinfällig. Denn Stefanie sagt auch die allerbeste Omi und auch der Papa. Dieser sagte vor kurzem einmal Steffie. Das war sehr komisch und eine Wiederholung ist nicht unbedingt erwünscht.) Wo war ich? Ach ja, okay, ich fang den Satz nochmal neu an, um allgemeiner Verwirrung vorzubeugen: „So Stefanie, du musst einfach…“ und zeigt mir dabei eine komplizierte Bewegung der Nadeln und sofort (und ich war hellauf begeistert) erscheint eine neue Masche. Na gut, so schwierig sah es nicht aus. Sie wiederholt das Ganze und drückt mir die Nadeln in die Hand. Ich wiederhole die Bewegung und habe, richtig, einen Knoten gemacht. Die allerbeste Omi guckt mich ungläubig an. Ich entferne den Knoten, sie zeigt es mir erneut. Dazu bekomme ich eine wörtliche Umschreibung. Ich versuche es noch einmal. Und wieder mache ich: einen Knoten. Die allerbeste Omi kann nicht fassen, was sie da sieht. In ihrem Gesicht lese ich, dass sie scheinbar kurz anzweifelt, mit mir verwandt zu sein. Doch dann erinnert sie sich daran, dass sie ein geduldiger Mensch ist. Sie wiederholt den ganzen Vorgang noch einmal in Zeitlupe. Leider mit dem selben Ergebnis. Sie guckt mich an, erhebt die Stimme: „Stefanie, das kann doch nicht wahr sein! Was machst du denn da?“ Ich wusste es wirklich nicht. Und jeder weitere Versuch lief genauso ab. Keine einzige Masche habe ich an diesem Tag gestrickt. Also war das Projekt Stricken erstmal wieder gestorben. Bis mir dann meine allerliebste beste Freundin in einer halben Stunde das Stricken beibrachte. Und ja, sie wird Lehrerin. Vielleicht gibt es da einen Zusammenhang.

Allerliebste Grüße

Steffie