Weihnachtsgeschenke II

Ich mache so gerne Weihnachtsgeschenke selbst… Ich finde toll, wenn ich weiß, dass sich jemand wirklich Mühe gegeben hat, mit seinem Geschenk. Und nicht immer muss es mega zeitaufwendig sein. Und mega kompliziert. Ich habe bereits vor ein paar Wochen das Internet durchforstet und bin natürlich fündig geworden. Ich habe eine total einfache Sache gefunden, die jeder ganz schnell nachmachen kann. Und zwar kann man zur Zeit ja diese Flaschen kaufen, in denen Zutaten für ein Brot, für Kekse oder für Kuchen enthalten sind. Extrem teuer kommen die hübschen Flaschen daher. Und dabei handelt es sich meist um Zutaten, die fast jeder daheim hat. Ich habe mir also ein paar schöne Gläser (ich sammle von Berufswegen alles an Gläsern, was mir in meiner Küche so unter kommt) genommen und diese mit Zutaten für ein Cookierezept gefüllt. Ausgehend von der Größe des Glases kann man die Mengen anpassen. Die Zutaten habe ich so eingefüllt, dass die einzelnen Schichten schön vorneinander getrennt sind. Dafür habe ich das Glas immer wieder auf die Arbeitsplatte geklopft, sodass sich die Zutaten schön abgesetzt haben. Kakaopulver auf gehackten Mandeln sieht unschön aus und sollte man vermeiden. Ansonsten kann man die Rezepte (man findet unzählige im Internet) beliebig erweitern oder verändern, je nachdem, was man für einen Geschmack möchte. Dann habe ich noch einen kleinen Zettel geschrieben, der dem Empfänger erklärt, welche Zutaten er noch hinzufügen muss und wie er vorgehen muss. Und so hat man ein hübsches Geschenk, das ganz schnell fertig ist und dem Empfänger nicht nur einmal Freude bereitet.

Allerliebste Grüße

Steffie

Perfekt

Erneut wurde ich gefragt, woher ich eigentlich die ganze Zeit nehme, all die Dinge zu tun, die ich hier erzähle. Ich nehme das als Anlass, eine neue Geschichte über mich Preis zu geben.

Mein Leben ist nicht mehr wie früher. Wer mich kennt, weiß, dass man mir selten etwas anmerkt. Ich versuche selten darüber zu reden, dass ich krank bin und vermeide, anderen von meinen Beschwerden zu erzählen. (Und glaubt mir, davon gibt es so viele…) Davon ausgenommen sind nur ein paar wenige Menschen. Jemand, der mich nicht kennt, würde nie bemerken, dass ich krank bin. Irgendwie ist das auch gut so. Nur leider laufe ich so auch Gefahr, dass ich oft stärker sein muss, als ich eigentlich möchte oder sogar dürfte. Wer immer sagt, dass es ihm gut geht, wird auch so behandelt. Dabei basiert mein Dasein auf einem zerbrechlichen Gerüst, das schnell ins Wanken geraten kann. Ich habe eine genaue Stundenzahl, die ich nur in den seltensten Fällen überschreite, in der ich garantieren kann, dass ich funktioniere. Ich muss früh ins Bett, ich muss noch früher ins Bett, wenn ich morgens früh raus muss und ich muss immer gut haushalten mit meiner Zeit. Körperliche Anstrengung verringert die Zeit. Kognitive Anstrengung auch. Muss ich vorher und nachher noch lange Autofahren, muss ich diese Zeit mit einrechnen. Ich brauche eine lange Pause, wenn ich an einem Tag zweimal funktionieren möchte. Alles in allem habe ich einen Tagesablauf, der durchgetaktet ist wie bei einem Kleinkind. Oft nutze ich die Pausen für all die Dinge, die ich hier so erzähle. Oft reicht in den Pausen aber auch nicht mehr dafür, dann liege ich.

Wie zerbrechlich mein Konstrukt ist, merke ich in den letzten Tagen. Alle brechen in Weihnachtsstress aus. Und hier passiert zweierlei. Erstens denken ja alle, dass es mir völlig gut geht, also werde ich mit reingezogen. Dass ich aber selber viel mehr Termine habe als sonst, bemerke nur ich selber. Mein wunderbares Gerüst ist also ins Wanken geraten. Die Pausen werden kürzer, die Tage länger. Also schlafe ich schlechter. Also habe ich weniger Energie. Also bin ich schneller kaputt. Also bin ich schneller gestresst, weil ich für alles länger brauche. Willkommen im Teufelskreis der Multiples Sklerose. Da ist ein Schub dann nicht mehr weit.

Zweitens kann ich mit meiner wunderbaren neuen Lebenseinstellung nicht mehr nachvollziehen, was um mich herum passiert. Ich höre ständig Sätze wie: „Geht das noch vor Weihnachten?“ oder „Ich muss das bis Weihnachten noch fertig haben.“ Gar nichts muss man. Was macht es für einen Unterschied? Der Sinn geht verloren. Warum muss alles perfekt sein? Was ist das überhaupt für ein boshaftes Wort, perfekt? Perfekt impliziert, dass ich 100%ig funktionieren muss. Ich mir selber den Druck mache, dass ich zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwas geschafft haben muss. Perfekt bedeutet in den meisten Fällen, dass ich mir ein fast unerreichbares Ziel gesetzt habe, das ich um jeden Preis erreichen will. Warum? Woran scheitert es, an Heilig Abend den Tannenbaum aufzustellen, ihn gemeinsam zu schmücken, gemeinsam zu kochen und dann gemeinsam zu essen? Woran scheitert es, sich von der allgemeinen Meinung abzugrenzen und sich keiner Tradition, keinem Druck, keinem Muss zu beugen? Ich weiß es einfach nicht.

Der allerbeste Ehemann und ich werden dem Ganzen entfliehen. Inwiefern werde ich berichten, wenn wir zurück sind. Ich muss mein Gerüst wieder aufbauen, diesmal vielleicht stärker. Ich muss dringend mehr Selbstschutz betreiben. Das Risiko, eine dauerhafte Einschränkung davon zu tragen, ist einfach zu groß. Manchmal muss man eben noch mehr an sich denken, als man es eh schon macht.

Allerliebste Grüße

Steffie

Weihnachtsgeschenke I

IMAG3225Ich gebe zu, auch, wenn ich Weihnachten nicht mag, ich verschenke gerne Dinge. Aber immerhin mache ich das über das gesamte Jahr. Sehe ich etwas, was ich mir gut für eine Person vorstellen kann, kaufe ich es und schenke es ihr. Ich mache anderen gern eine Freude. Seit dem ich nähen und stricken kann, produziere ich auch gerne kleine Geschenke. Und natürlich verschenke ich auch gern zu Weihnachten Selbstgemachtes. Heute habe ich vielleicht eine kleine Idee für den ein oder anderen, der auch eine Nähmaschine hat. Seit dem ich krank bin, friere ich. Vielleicht hängt das auch mit dem Alter zusammen, aber noch vor zwei, drei Jahren, habe ich meine Freundinnen belächelt, wenn sie von kalten Füßen, Wärmflaschen und Kirschkernkissen erzählt haben. Ich bin von Natur aus ein warmer Mensch und eigentlich hatte ich nie Probleme mit sowas. Jetzt ist mein Bett eine Sammelstelle für Wolldecken, Kirschkern- und Hirsekissen und zwei Wärmflaschen besitze ich auch. Keine Ahnung, ob das mit meinem armen Körper zu tun hat, der zu jeder Tages- und Nachtzeit auf Hochtouren arbeitet. Auf jeden Fall helfe ich ihm, so gut es geht. Und wenn es auch nur mit einer Wolldecke mehr ist.IMAG3222Und wie verbindet man dieses Problem mit dem Nützlichen? Richtig, man näht sich selbst Hirsekissen. Und das Schöne dabei ist, man entscheidet selbst in welchem Farbton und mit welchem Muster und hat dann das perfekte Kissen. Da ich ein Schussel bin, und sagen wir so, das ist noch untertrieben, habe ich mir überlegt, dass ich ein doppeltes Kissen brauche. Also habe ich schnell (ohne Nähanleitung, weil man einfach nur zwei Rechtecke in beliebiger Größe rechts auf rechts zusammennäht, dabei eine Seite offen lässt und das ganze dann wendet) ein Kissen genäht, dieses mit Hirse (ich habe auch Dinkel verwendet, man kann auch viele andere Kerne oder Körner wie Kirsch- oder Traubenkerne, Weizen oder Roggen benutzen) gefüllt und die letzte Seite zugenäht. Beim Füllen sollte man darauf achten, dass man das Kissen nicht zu voll macht. Ich habe es knapp bis zur Hälfte gefüllt. Die Körner habe ich übrigens bei dm gekauft, aber auch ALDI hat mittlerweile nachgezogen und verkauft Körner in bio- Qualität. Nachdem das Innenkissen fertig war, habe ich die gleichen Arbeitsschritte bis zum Füllen wiederholt. Dafür habe ich aber diesmal bunten, gemusterten Stoff benutzt. Ich habe in diese Hülle dann das fertige Hirsekissen gesteckt, die letzte offene Seite abgesteckt und dann das gesamte Kissen rundherum mit einer Ziernaht abgesteppt. Somit die dritte Naht, die mein Kissen davor schützt, seine Körner zu verlieren. Und mit dieser Naht war es dann auch schon fertig. Ich habe für ein Kissen ungefähr 20 Minuten Arbeitszeit benötigt. Ist also überschaubar. Man kann die Kissen wunderbar kurz in der Mikrowelle erwärmen und hat so innerhalb von ein paar Minuten eine tolle Wärmequelle.

So, mal schauen, wen meiner Lieben ich mit so einem Kissen beglücken werde und mal schauen, wieviele meiner Weihnachtsgeschenkideen ich hier noch preisgeben kann, ohne zu viel zu verraten.

Allerliebste Grüße

Steffie

P.s.: Der Schal der allerbesten kleinen keinen Schwester ist immernoch 59 cm lang. Ich strick mir grad etwas eigenes. Mehr darüber demnächst.

Selbstgemachter Rotkohl

Die Vorweihnachtszeit naht und ich komme nicht daran vorbei. Ich mag Weihnachten nicht. Und es gibt eine lange Zeit, die ankündigt, dass etwas kommen wird, was ich nicht mag. Ganz toll. Immerhin muss ich nicht jeden Quatsch mitmachen. Weihnachtsmärkte vermeide ich zum Beispiel im Allgemeinen (hier wird es dieses Jahr vielleicht zwei Ausnahmen geben, die ich hier aber noch näher beschreiben werde). Weihnachtsmusik auch. Letztes Jahr habe ich es sogar geschafft Last Christmas nicht einmal zu hören. Nicht mal im Radio. Und letztes Jahr haben der beste Ehemann und ich es ja auch hingekriegt, dass wir der Weihnachtshölle entflohen sind. Wow. Ich glaub ich bin der Grinch. Lassen wir das besser. Also, was gibt es Positives in der Vorweihnachtszeit? Kerzen (mach ich auch im Herbst schon an), kochen (mach ich eh das ganze Jahr) und backen (mach ich auch das ganze Jahr, aber na gut, Weihnachtskekse nicht). Aber passend zum Anlass, gibt es doch das ein oder andere, was ich nur in der Vorweihnachtszeit koche. Rotkohl selber machen zum Beispiel. Und bis vor ca ’nem Jahr, gab’s selbstgemachten Rotkohl nur bei der allerbesten Omi. Aber wie bei den meisten Leckereien, ist Rotkohl selber machen einfach nur Fleißarbeit. Man braucht:

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  • einen Rotkohl (mittelgroß)
  • 2 Zwiebeln
  • 3 saure Äpfel (Boskoop)
  • 5 EL Apfelmus
  • 100 gr Griebenschmalz
  • 5 Lorbeerblätter
  • 10 Nelken
  • 2 EL Essig
  • 150 ml Rotwein
  • 3 EL Johannisbeergelee
  • Zucker, Salz, Pfeffer

Und dann geht es schon los mit der Fleißarbeit. Der Rotkohl muss sehr fein geschnitten werden. Ich nehme dafür meine Brotschneidemaschine. Ja. Brotschneidemaschine. Die sieht danach zwar aus wie Sau, aber es ist die effektivste Variante für mich, den Rotkohl klein zu kriegen. Ich brauche dringend so einen Aufsatz für meine Küchenmaschine. Wer so einen hat, soll sich glücklich schätzen. Ich (nein, der allerbeste Ehemann) achtel(t) den Rotkohl und dann kann man ihn gut zerkleinern. Den geraspelten Rotkohl sammle ich in Schüsseln. Die Zwiebeln müssen in Würfel geschnitten werden. Die Äpfel werden geschält und in kleine Stücke geschnitten. Die Lorbeerblätter und die Nelken kommen in einen Teefilter, den ich durch akkurates Falten ordentlich verschließe. Und dann kann man auch schon mit dem richtigen Kochen anfangen. Ich nehme einen großen Topf und gebe das Griebenschmalz hinein. Den Herd auf höchster Stufe anmachen und warten, bis das Schmalz klar wird. Dann kommen die Zwiebeln dazu, die schön glasig werden sollen. Apfel und Apfelmus werden dazugegeben und unter ständigem Rühren ein wenig geröstet. Dann stellt man den Herd etwas runter und gibt den Rotkohl hinein. Ich muss zwischendurch immer wieder den Topf kurz schließen, damit der Rotkohl zusammenfällt und ich nach und nach den gesamten Kohl im Topf unterbringen kann. Dabei immer wieder kräftig durchrühen. Ist der gesamte Kohl im Topf, würzt man mit viel Salz, wenig Pfeffer und einem Teelöffel Zucker. Den Teefilter mit Lorbeerblättern und Nelken schmeiße ich meist erstmal in den Topf und rühre ihn mit unter. Man gibt Essig und Johannisbeergelee mit zum Kohl und rührt nochmal alles kräftig durch. Dann kommt der Rotwein dazu, der Herd wird runtergestellt (auf die untereste Stufe), ich suche dann den Teefilter und vergrabe ihn knapp unter der Oberfläche des Kohls, mach den Deckel vom Topf zu und dann muss der Kohl mindestens zwei Stunden garen. Auch hier gilt, je länger er gart, desto besser ist der Geschmack. Vier Stunden sollte es aber nicht übersteigen. Zwischendurch immer mal wieder umrühren aber dabei gucken, dass der Teefilter immer wieder oben an der Oberfläche ist. Nach der Garzeit könnt ihr den Teefilter entfernen, den Rotkohl nochmal abschmecken (Zucker, Salz, Essig) und dann war es das schon. Es wird eine große Menge Rotkohl werden und man kann ihn portionsweise einfrieren und dann bei Bedarf auftauen. Erspart einem an Weihnachten dann auch einen Kochvorgang beim Weihnachtsessen.

Allerliebste Grüße

Steffie